Baby-Probleme & Krankheiten
bis zur 12. Woche

Auf dieser Seite finden sie:
Allgemeiner Zustand, Magen/Darm, Haut/Fell, kleine Wunden, Krämpfe, Vergiftungen,
Augen, Zähne, Atmung/Lunge, Psyche, Parasiten

weitere gesundheitliche Probleme bei größeren Marderchen


Allgemeiner Zustand

Bitte beobachten sie das Baby sorgfältig.
Ein sofortiger Bedarf zu handeln besteht, wenn das Kleine nicht mehr trinken will, viel schreit, der Kot zu dünn oder zu hart ist, keine Gewichtszunahme stattfindet oder es sehr schlapp oder apatisch ist. Ebenso ist Erbrechen, blutiger Kot oder Geräusche beim atmen ein Grund sofort zu handeln.

Wenn sich der Zustand sehr schnell und ohne ersichtlichen Grund verschlechtert, deutet es in den meisten Fällen auf Darmparasiten wie Kokzidien oder Giardien hin. Bei der echten Mardermami wären die Kleinen hier deutlich besser durch die Muttermilch geschützt. Leider hängt das Immunsystem bei den Handaufzuchten durch die Ersatzmilch immer etwas hinterher. Meist tritt ein solcher Zustand nicht sofort ein, sondern erst Tage oder eine Woche später.

Magen / Darm

Darmparasiten - Würmer, Kokzidien, Giardien
Alle Marderspezifischen Parasiten und deren Behandlung haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst: siehe Parasiten-Seite

Dicker Bauch (Blähungen):
Symptome: Baby hat einen aufgegasten oft harten Bauch, leichtes Klopfen auf den Bauch führt zu hohlem Geräusch, Babys winden und drehen sich öfter, schreien viel. Kotabsatz ist aber vorhanden.

Die Milch bei einer Mahlzeit etwas dünner anrühren. Bei Kräutertee ist vorsicht geboten. Die ätherischen Öle können zu Bläschen auf dem Bauch führen. Im Extremfall kann eine Mahlzeit komplett mit Fencheltee ersetzt werden. Dazu allerdings den Tee stark verdünnen. Nur zweiten Aufguß verwenden um die Schwebstoffe zu beseitigen - also Beutel ins heiße Wasser und wegschütten, dann zweiten Aufguß benutzen und vor Fütterung nochmal verdünnen. Beim Füttern mit der Flasche darauf achten, dass nicht zuviel Luft geschluckt wird - Flasche so halten, dass der Nuckel mit Milch (bzw. Tee) gefüllt ist. Außerdem hilft eine "Heiße 7":
1 ml warmes Wasser (sollte sehr warm sein aber nicht heiß) + 10 Globuli Schüssler Nr. 7 (PZN 2889992). Innerhalb 2 Minuten tropfenweise verabreichen. Das bindet das Amoniak und entbläht sofort.

Chemische Zusätze wie "Sab Simplex" sind mit Vorsicht anzuwenden. Der Wirkstoff von Sab Simplex ist Simeticon (Dimeticon), welcher auch bei der Läusevernichtung angewandt wird. Deshalb nie prophylaktisch oder ohne ersichtlichen Grund in die Milch mischen. Bei Blähungen reicht bereits 1 Tropfen auf ca. 5 ml Milch um die Gasbläschen im Bauch aufzulösen. Gaben von mehr als einem Tropfen pro Mahlzeit bitte nur kurzfristig.
Möglich ist auch die Zugabe einer Messerspitze "Stulmisan" (beim Tierarzt erhältlich).
Wenn das Kleine dazu noch schlapp ist, wäre es sinnvoll eine Kotprobe zum Tierarzt zu bringen und auf Parasiten, Giardien und Kokzidien untersuchen zu lassen. Bei positivem Befund kommt es auf die Schwere des Befunds an, ob sofort eine Behandlung gestartet werden muss.

Durchfall

Bei Durchfall muss immer geklärt werden wovon er kommt. Marderbabys haben immer einen sonnengelben körnigen Stuhl - das ist normal solange nur Milch getrunken wird (Bild 1).

Bild 1Bild 2Bild 3
Bild 1: so ist der Kot von Milchbabys in Ordnung
Bild 2: Dieser Kot ist zu dünn. Schüssler Globuli Nr. 8 und Stulmisan wie weiter unten beschrieben geben.
Bild 3: Hier wurde vermutlich feste Nahrung (Erde, Kot, sonstiges) aufgenommen.

Falls das Kleine bereits länger ohne Mutter war kann es sein, dass es Kot oder Dreck geschluckt hat (Kot ist dann oft braun oder sogar schwarz - Bild 3). Das muss natürlich erstmal wieder raus und verursacht entweder Verstopfung oder Durchfall. Deshalb am besten bei solchen Babys zunächst nur Tee mit Honig (Rezept finden sie auf der Seite "Erste Hilfe"). Eine weitere Ursache ist der Streß und die Umstellung auf eine andere Milch (was ja der Fall ist, wenn das Baby von der Muttermilch auf eine Aufzuchtmilch umgestellt wird). In dem Fall heißt es viel schlafen - absolute Ruhe zwischen den Fütterungen. Eine kleine Messerspitze (bei Babys unter 200 Gramm eine Stecknadelkopfgröße) Stulmisan in die Milch mischen bringt auch oft Linderung.
Baby's die andere benuckeln erwischen dabei oft den Urin der anderen - auch das kann dünneren (meist breiigen) Kot verursachen. Dann bitte die Fütterungsintervalle verkürzen (geringere Abstände zwischen den Fütterungen) und länger nuckeln lassen um den Nuckeldrang zu verringern.

Bei gut genährten Babys sollte zunächst für max. 12 Stunden die Teekur (Rezept finden sie auf der Seite "Erste Hilfe") durchgeführt werden um so den Darm zu entlasten. Dann erst langsam wieder die Milchmenge erhöhen.

Oft hilft bei akutem, wässrigem Durchfall (Bild 2) eine ein- oder zweimalige Gabe der Schüsslersalze Nr. 8. Pro Gabe 5 Globuli (keine Tabletten sondern nur die Globuli PZN: 2890280 ). Vorsicht ! Kann bei falscher Anwendung oder öfteren Gaben zu erbrechen bei Milchbaby's führen - also nie direkt mit der Milchmahlzeit geben sondern in zeitlichem Abstand.

Blut sollte nicht drin sein. Egal ob Baby oder Jungendliche Marder - bei Blut im Stuhl oder schleimigem Kot handelt es sich meistens um Darmparasiten (Kokzidien oder Giardien). Ist das Marderchen noch dazu in einem schlechten Allgemeinzustand ist eine schnelle Behandlung nötig - Bei Kokzidien verwenden wir Cotrim, bei Giariden geben wir Panacur. Zum Abklären immer eine Kotprobe zum Tierarzt bringen. Eine Behandlung muß jedoch schnellstmöglich erfolgen (starker Befall kann bei Milchbabys innerhalb kurzer Teit zum Tod führen). Trotzdem niemals prophylaktisch oder auf Verdacht entwurmen ! Auch das kann lebensgefährlich sein. Deshalb immer zuerst den Allgemeinzustand beobachten. Ist das Baby absolut fit und trinkt normal ist es genau abzuwägen ob eine Chemiekeule nötig ist. Ein gutes Immunsystem kann sich durchaus selbst helfen !

In allen anderen Fällen gilt: So chemisch wie nötig aber so mild wie möglich. Durchfall führt zu Kaliummangel. Um einen solchen Mangel zu verhindern empfehlen wir auch hier zu der Akutkur (siehe rosa Kasten auf dieser Seite ganz unten).
Bei der Umstellung auf feste Nahrung kann es sein, dass etwas im Futter nicht vertragen wird. Dann am besten die Ernährung überprüfen. Tipp's dazu siehe unter Ernährung.
Würmer oder Kokzidien - dazu mehr unter Parasiten.

Grüner Kot

Deutet meist auf Calziummangel hin. Im Gegensatz zu anderen Wildtieren (Igel, Eichhörnchen usw.) handelt es sich nicht zwangsläufig um eine Parasitose.
Behandlung:
Schüsslersalze"Calcium fluoratum D12"- (PZN 2812943) und "Calcium phosphoricum D10"- (PZN 2801365).
Anwendung: Je 10 Globuli (also zusammen 20 Stück) in einer 3 ml-Spritze mit Wasser auflösen. Von der Mischung 3 mal tgl. ca. 0,3 ml ins Mäulchen geben. Achtung !! 1er und 2er Schüssler können bei Milchbabys zu erbrechen führen. Deshalb immer mit genügend zeitlichem Abstand zur Milch verabreichen. Bei Erbrechen sofort absetzen ! Bitte nicht mit anderen Globulis kombinieren. Falls das Kleine krankheitsbedingt bereits andere Medikamente oder Globulis bekommt, ist diese Calcium-Vorbeugung zunächst zu verschieben bis das Kleine stabil ist.

Brauner Kot

Möglichkeit 1: Futter oder Kot erwischt - hier reicht schon ein Bröckchen Katzenfutter oder aus versehen das Mäulchen im eigenen Kot eingetaucht und abgeschleckt. Sollte sich nach der nächsten Milchmahlzeit wieder normalisieren.
Möglichkeit 2: oft zusätzlich ein dickes Bäuchlein. Würmer oder Giardien - bitte Kotprobe zum Tierarzt bringen und abklären lassen. Behandlung: siehe unten unter "Parasiten". Bitte auf keinen Fall irgendein Parasitenmittel geben - das falsche Mittel (vorallem bei Babys) kann tödlich sein.
Möglichkeit 3: Kokzidien. Bitte Kotprobe beim Tierarzt untersuchen lassen. Behandlung mit Cotrim - siehe unten unter "Parasiten".

Verstopfung

Wenn das Marderbaby keinen oder nur sehr harten Kot absetzt, sollte die Milch überprüft werden (Haltbarkeit und Sorte). Bitte das Mischungsverhältnis überprüfen - evtl. wurde die Milch zu dick angemischt. Falls bisher Zusätze wie Stulmisan, Sab Simplex oder ähnliches zur Milch gegeben wurde - diese jetzt bitte sofort weglassen.
Verstopfung ist nicht zu unterschätzen. Bei sehr kleinen Marderchen führt das schnell zu einem massiven Kreislaufproblem und Bluthochdruck, was der noch unausgereifte Organismus oft nicht bewältigen kann. Wichtig ist jetzt Flüssigkeit, die nicht weiter belastet. Dazu am besten erst mal die Milch sehr dünn mischen - also mehr Wasser als bisher. Außerdem kann einmalig 1/2 bis 1 Tablette von Schüssler Nr. 7 verabreicht werden. In diesem Fall tatsächlich die Tabletten und keine Globuli. In den Tabletten ist Milchzucker enthalten, welcher zu Durchfall führt. In dieser speziellen Ausnahme ist genau der Effekt erwünscht. Wenn keine Schüsslertabletten greifbar sind, kann auch zu diversen homöophatischen Tabletten ausgewichen werden. (Möglich wäre: Nux Vomica, Ars. album., Traumeel, Arnica, Chamomilla - fragen sie dazu am besten einen Tierheilpraktiker).
Ein weiterer möglicher Grund für die Verstopfung ist "Überfütterung". Zuviel Milch in den ersten Tagen überlastet den Darm und die Leber. Die empfohlenen Fütterungsmengen entnehmen sie bitte der Tabelle auf der Seite: Aufzucht bis 8. Woche Falls sie mehr Milch verabreicht haben, sollten sie jetzt sofort handeln. Am besten die nächsten 2-3 Mahlzeiten mit mehr Flüssigkeit anmischen. Im Extremfall sogar nur stark verdünnten Fencheltee geben. Außerdem kann wie oben beschrieben zu Milchzuckertabletten gegriffen werden um den Kot dünner werden zu lassen.
Wenn bereits längere Zeit (mehr als 6 Stunden) kein Kotabsatz vorhanden ist, kann der Afterausgang stimmuliert werden. Dazu ein normales Fieberthermometer mit Vaseline einstreichen und max. 1/2 bis 1 cm in den After einführen. Oft löst das die Blockade. Außerdem öfter den Bauch massieren: Mit zwei Fingern und leichtem Druck, seitlich am Bauch massieren.

Po entzündet

Oft verursacht Durchfall einen geröteten Po. Am besten nur vorsichtig trockentupfen und evtl. mit Wund- und Heilsalbe (Bepanthen) betupfen. Feuchtigkeit verschlimmert die Reizung. Schüssler Nr. 9 stündlich geben. Wie immer bei Milchbabys nur Globuli. Pro Gabe 5 Globuli - auf ca. 0,5 ml Wasser (am besten gleich eine Vorratsspritze mit 3 ml zubereiten).

Darmvorfall

sehr starker Darmvorfall

 

Der After ist ausgestülpt. Passiert nicht so häufig. Ursache: Streß in verbindung mit mangelhafter Ernährung oder länger anhaltender Durchfall. Für Marderbaby's bedeutet es extremen Streß von der Mama getrennt zu werden - dazu noch eine Milchumstellung - das kann solche Folgen nach sich ziehen.

Auch Schlafmangel kann die Ursache sein, wenn sich weitere Babys im Nest befinden und das kleine durch Bewegung der Anderen immer wieder aufwacht. Im Zweifelsfall immer wieder mal trennen um einen tiefen Schlaf zu gewährleisten.

Die Pflege der Marderchen sollte am bestne nur eine Person durchführen. Auch ein Wechsel der Fütterungsperson verursacht extremen Streß.

Behandlung eines starken Vorfalls:

-Ausgestülpen Teil unbedingt feucht halten, Bephanten-Salbe, Wasser
-Darm retonieren - muß steril gemacht werden - bitte nur vom Tierarzt
-Kot dünn halten - am besten mit Lactulose oder auch Schüssler Tabletten (nicht übertreiben- evtl. erst mal 1/2 Tablette 7er Schüssler)
-evtl. ist Antibiotika nötig. Bitte kein Baytril benutzen.

Behandlung eines kleinen Vorfalls:

-Schüssler 1 und 2 ca. 5 mal tgl. je 5 Globuli
-jede Art von Streß vermeiden !!

Milch erbrechen
Durch die Umstellung von der echten Mardermilch auf unsere künstliche Aufzuchtmilch kommt es vor, dass Baby's die Milch erbrechen. Dazu kommt noch Streß und Angst.
Maßnahmen:
Milch erstmal stoppen und einen halben Tag nur die Teemischung mit Honig (siehe "Erste Hilfe") verabreichen. Milch überprüfen (Haltbarkeit, Sorte, Mischungsverhältnis), Hals und Rachen beim füttern gestreckt halten. Nach dem halben Tag mit Fencheltee wieder langsam mit Aufzuchtmilch beginnen - dazu erst die Milch etwas dünner anmischen- später unbedingt wieder normale Mischung. Auf 10 ml fertige Aufzuchtmilch eine Messerspitze Stulmisan mit rein mischen.
Eine mögliche Ursache ist auch Vergiftung - mehr dazu unter Vergiftungen / oder Überfütterung siehe unter Verstopfung
Zu schnell oder zuviel verabreichte Milch kann im Magen ebenfalls einen Brechreiz auslösen. Bitte sehr sachte bei der Fütterung vorgehen. Wenn Milch in die Bronchien und somit in die Lunge gelangt, ist oft bei sehr kleinen Babys keine Rettung mehr möglich.

Haut / Fell

Calziummangel FellproblemVor allem am Fell lässt sich schnell erkennen, ob ein Mangel vorliegt. Nicht jede Aufzuchtmilch ist geeignet. Es gibt Sorten, die im Verhältnis 1:5 gemischt werden - hier sind meist zu wenig Nährstoffen enthalten. Helles Fell oder gar Haarausfall ist die Folge. Falls sie bisher eine solche Milch verwendet haben, sollten sie schnell wechseln. Wir empfehlen Royal Canin (Hund oder Katze ist hier egal) oder Gimpet Aufzuchtmilch. Natürlich dauert es eine gewisse Zeit, bis das Fell den Wechsel auch äußerlich zeigt. Aber am Allgemeinbefinden sollten sie sehr bald eine Verbesserung feststellen. Detailierte Infos zur Milch, Milchsortenvergleich, passende Trinkmenge und Trinkzeiten gibt es hier Milch

Auch die Farbe am Hals verrät Mangelprobleme. Das Fell und die Haut soll weiß sein - orange oder gelb deutet häufig auf ein Leberproblem hin, welches ebenfalls von der falschen Ernährung kommt. Beide Symptome können allerdings auch Folgen von Vergiftungen sein. Dazu ist der Allgemeinzustand wichtig. Überprüfen sie dazu auch die Qualität und Haltbarkeit des Futters sowie den generellen Speiseplan. Infos zum Altersgerechten Speiseplan finden sie unter dem Menüpunkt Aufzucht.

Bitte niemals der Aufzuchtmilch zusetzen: Vitaminpasten, Sahne, Dosenmilch, Kuhmilch, Quark, Joghurt, Säurehaltiges und Lebensmittel mit Konservierungsmitteln oder Zusatzstoffen.

Haarausfall & weiße Marder

Haarausfall mit schlimmen FolgenMarderchen mit sehr hellem Fell haben meist Mangelerscheinungen, die nur mit Behandlung behoben werden können. Oft ist es auch die Folge von falscher Milch. Hier muß sehr schnell gehandelt werden um eine Auswilderungsfähigkeit sicher zu stellen. Häufigste Ursachen dieser Fellprobleme: Pasteurisierte Kuh- oder Ziegenmilch, Milch zu dünn angerührt, falsche Zugaben zur Milch, ungeeignete Aufzuchtmilch oder im schlimmsten Fall eine Vergiftung (z.B. durch Floh- oder Zeckenmittel, Entwurmungsmittel oder anderen Medikamenten).

mehr dazu unter Vergiftungen

Fellprobleme wie auf dem Foto deuten ebenfalls meist auf Mangelerscheinungen. Früh genug erkannt, kann man hier noch gut einwirken.

Meist regeneriert sich das Fell wieder aber andere Folgeschäden bleiben zurück. Leider betrifft der Mangel oft die Augen - so kann es passieren dass die Sehstärke beeinträchtigt ist. Dies muß unbedingt abgeklärt sein bevor man an eine Auswilderung denkt.

Milchschorf

Unter Milchschorf versteht man gelbliche, teilweise schuppige Stellen auf der Haut. Gelegentlich tritt auch ein säuerlicher Geruch am ganzen Baby auf - riecht fast wie saure Milch.
Mögliche Ursachen:

- Falsches Milchmischverhältnis: Bitte die empfohlene Mischung laut Packung beachten. Zu dicke Milch kann zu einem Eiweiß/Fett-Überschuss führen, der den Darm ungünstig in der Darmflora beeinflussen kann. Bei kleinen Babys geht das recht schnell und dann werden die zu abbauenden Stoffwechselendprodukte über die Haut ausgeschieden. Dies führt oft zu schorfigen Absonderung.

- Milchwechsel: Jeder Milchwechsel birgt die Gefahr einer vorübergehenden Reaktion. Besser keine Experimente anstellen. Lediglich der Wechsel zu einer der beiden empfohlenen Sorten (Gimpet oder Royal Canin) sollte gemacht werden.
- Falsche Milch. Selbst kurzfristige Gaben von Kuhmilch, Ziegenmilch, Sahne oder ähnlichen Milchsorten kann sehr schnell zu Milchschorf, Bläschen, Leberüberlastung usw. führen.

Milchschorf ist eine Erscheinung , die nicht von aussen bekämpft werden darf und auch nicht kann.
Es handelt sich hier um ein Stoffwechselirritation, die oftmals durch eine im Moment aus dem Ruder geratene Darmflora bedingt ist. Wenn die Ursachen beseitigt werden, bessert sich die
Haut auch meist recht schnell wieder.
Der Milchschorf tritt meist in Verbindung mit einem Ca- Mangel/Verteilerstörung und einer Leberbelastung auf, daher ist er auch nie bei adulten Tieren zu finden.

Bakterielle Infektionen der Haut oder Milchunverträglichkeit treten eher selten auf. Falls der Schorf trotz Beseitigung der Ursache länger anhält, kann hier mit Schüsslersalzen schnelle Linderung erzielt werden. Sprechen sie darüber mit einem Tierheilpraktiker - der kann ihnen die passenden Schüsslersalze nennen.

Bläschen am Bauch / Haut

Das kann viele Ursachen haben: Antibiotika, Übersäuerung, falsche Milch oder Milchzugaben wie Joghurt oder andere Sauermilchprodukte, außerdem zuviel oder unverdünnter Tee (zuviel äth. Öle).
Dazu ist generell folgendes zu sagen:
Bläschen deuten bei Milchbabys meist auf ein Darm/Leberprobleme hin. Bitte die Milch (Haltbarkeit) überprüfen, Wasser besser abkochen, bis auf weiteres keinen Tee (Fenchel oder Kamille) zugeben. Die ätherischen Öle im Tee können bei zu hoher Dosierung auch zu Reizungen führen. Falls das alles berücksichtigt wurde, ist die Milch vermutlich zu dick angemischt, was die Leber überlastet. In dem Fall für die nächsten 2-3 Mahlzeiten mehr Wasser zum Pulver geben und erst langsam wieder an das normale Mischungsverhältnis angleichen.
Meist verschwinden die Bläschen, bei entsprechender Hygiene, genau so schnell wie sie gekommen sind.

Falls es trotzdem weitergeht und die Bläschen nicht verschwinden:
1. Die Bläschen nicht unnötig reizen oder einreiben - auf keinen Fall die Bläschen öffnen. Wenn, dann nur ganz sanft mit verdünntem Kamillentee betupfen.
2. Keine Salben - die decken die Bläschen nur Luftdicht ab und Bakterien können sich vermehren. Lediglich bei Bläschen im After- und Genitalbereich kann eine hauchdünne schicht Bepanthen-Salbe aufgetragen werden um zu vermeiden, dass Ausscheidungen die Bläschen mit zusätzlichen Bakterien belasten (Bakterien wären hier noch schlimmer als die Salbe).
3. Peinliche Sauberkeit: Bakterien auf der Haut verschlimmern die Lage. Also, Kot und Urin sofort wegnehmen. Verschmutzte Körperstellen mit Wasser oder stark verdünntem Kamilletee reinigen.
4. Antibiotikum führt zu weiteren Problemen. Die Darmflora wird zerstört. Vorallem bei sehr kleinen Marderchen führt AB wiederum zu Leberproblemen. Würde zwar erstmal zu einer Besserung führen, aber später erneut zu Bläschen führen.
5. Falls die Bläschen nicht innerhalb weniger Tage von selber verschwinden empfehlen wir die Akutkur (siehe rosa Kasten auf dieser Seite ganz unten).
6. Weiteres Vorgehen hängt von der Art der Bläschen ab. Zu unterscheiden wären hier Bläschen mit eirigem Inhalt / Bläschen mit weißen Inhalt / Bläschen mit wässrigem Inhalt. Hier muß aber die Behandlung besprochen werden. Fragen sie einen Tierheilpraktiker.
7. Stullmisan zur Milch geben. Eine sehr kleine Messerspitze pro Milchmahlzeit. Ist beim Tierarzt erhältlich.

Parasiten - Flöhe, Zecken, Milben usw.

Alle Marderspezifischen Parasiten und deren Behandlung haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst: Parasiten-Seite

Kleine Wunden

Traumeeltabletten 3 mal tgl. 1/4 Tablette - dabei den Kot beobachten - bei Durchfall die Tabletten einstellen oder noch weniger dosieren (der Milchzucker führt leider oft zu Durchfall). Bitte genau beobachten ob sich Eiter bildet oder die Wunde nässt.
"Poly Wundspray" bewirkt, dass Schmutz, abgestorbene Zellen, Fettpartikel und Talgreste beseitigt werden, wodurch Bakterien und Hefen die Nahrungsgrundlage entzogen wird (auch für großflächige Wunden geeignet). 
Falls die Wunde eitert kann ein lokales Antibiotikum wie z.B. Tetracyclin-Augensalbe auf die Wunde aufgetragen werden. Aber bitte nie zu lange warten. Im Zweifelsfall besser zum Tierarzt.
Wenn sich Wunden zwar schließen aber eine Verhärtung bleibt, kann mit Schüssler Salbe Nr. 1 die Stelle mehrmals tägl. massiert werden (muss über einen längeren Zeitraum so behandelt werden) .
Größere Verletzungen müssen unverzüglich vom Tierarzt versorgt werden.

Krämpfe

Marderartige neigen generell zu Krämpfen.
Erste Anzeichen für Krämpfe sind: Angst, Zittern, Schreien ! In diesem Fall sofort Schüsslersalze-Globuli Nr. 5, 7, 9 geben. Das mildert die Krämpfe unverzüglich. Dann muss weitere Forschung betrieben werden woher die Krämpfe genau kommen. Meist sind es Mangel- oder Übersäuerungskrämpfe aber auch Nebenwirkungen diverser Medikamente. Der Stoffwechsel von Mardern ist eine Wissenschaft für sich. Bei anfänglich kleinen Krämpfen sollte nicht gleich auf eine chemische Keule (Buscopan oder Barbiturate) zurückgegriffen werden. Die meisten Mittel helfen zwar akut sehr schnell, aber die Ursache wird dabei oft nur unterdrückt. Die Nebenwirkung der meisten Mittel ist eine starke Übersäuerung, welche in kurzer Zeit zu erneuten Anfällen führt.

Calciummangelkrämpfe:
Tritt oft bei Baby's nach der dritten Woche ein. Die einzige Milch, die dem passenden Calciumbedarf der Marder entspricht ist die Mardermilch selbst. Deshalb kann ab der dritten Lebenswoche Calcium in Form von Schüsslersalzen (in dem Alter unbedingt nur Globuli) zugegeben werden. Hierzu von den Schüsslersalzen "Calcium fluoratum D12"- (PZN 2812943) und "Calcium phosphoricum D10"- (PZN 2801365), je 10 Globuli in 3 ml Wasser auflösen und davon 6x täglich 1/2 ml geben (bitte immer ca. 1/2 stdl. Abstand zur Fütterung einhalten, da Calcium bei Milchbabys sonst zu Erbrechen führen kann). Die Globuli schmecken süßlich und werden deshalb immer gerne genommen.

Die häufige Folge von Ca-Mangel sind Zahnungskrämpfe, die sogar teilweise Lähmungen mit sich ziehen. Das passiert jedoch oft erst beim Zahnwechsel ins Permanentgebiss - die sehr komplexe Behandlung finden sie unter: Gesundheit / häufigste Probleme / Zahnungskrämpfe

Vergiftungen

Auf eine Vergiftung können diverse Symptome hindeuten:
- schlapp, müde, apatisch
- trinken kaum
- krümmen sich vor Schmerzen
- Durchfall oder schwarzer Kot
- Erbrechen

... durch Parasitenmittel/Entwurmung: Marderchen unter 8 Wochen reagieren sehr schnell auf eine Entwurmung. Der Zustand verschlechtert sich innerhalb 48 Stunden rapide, Fressen/Trinken wird eingestellt, der Tod tritt oft innerhalb weniger Tage ein. Falls unwissenderweise eine Entwurmung stattgefunden hat, muß unverzüglich mit einer Akutkur (siehe rosa Kasten auf dieser Seite ganz unten) begonnen werden, außerdem eine Unterspritzung mit Amynin und eingeben von "Okubaka D2" - stdl. 3 Globuli (in Wasser lösen und in Mäulchen tropfen). Alles weitere liegt nicht mehr in unserer Hand. Viel Glück !!!

... durch Öle und Schmiermittel: Marderbaby's die mit solchen Stoffen in Kontakt kommen, werden vermutlich etwas davon verschlucken. Vorallem wenn Babys von der Mutter länger getrennt sind, schlecken sie alles möglich auf um an Nahrung zu kommen. In diesem Fall sollte unverzüglich die Akutkur (siehe rosa Kasten auf dieser Seite ganz unten) begonnen werden und in die Aufzuchtmilch sollte je eine Messerspitze Heilerde gemischt werden. Heilerde saugt die öligen Stoffe auf und es besteht die Chance, dass diese so über den Darm ausgeschieden werden können.

... durch Medikamente: Einige Medikamente, die bei Katzen und Hunden erfolgreich angewandt werden, führen bei Marderchen zu schlimmen Vergiftungen. Da es hier zahlreiche Medikamente gibt, muß im Einzelfall geklärt werden, wie man vorgeht um die Vergiftung zu bekämpfen. Mit der Schüssler-Akutkur (siehe rosa Kasten auf dieser Seite ganz unten) konnten wir oftmals noch das Ruder rumreissen und das Kleine retten.

Augen

Eitrige Augen (Baby's)

Auch geschlossene Augen können bereits anschwellen oder eitern. In dem Fall bitte niemals die Augen gewaltsam öffnen. Selbst wenn an einer kleinen Stelle etwas Flüssigkeit/Eiter austritt sollte lediglich mit einem weichen feuchten Kleenex-Tuch oder Wattebausch abgewischt werden. Dazu am besten einfach nur warmes Wasser benutzen - erstmal auch keinen Tee oder andere Hausmittel. Die Ursachen können vielfältig sein. Meist liegt es daran, dass die Kleinen längere Zeit ohne Mama waren und deshalb der psychische Zustand diverse körperliche Wehwehchen auslöst. Eine Autofahrt bei der schon der kleinste Luftzug vorhanden war, führt ebenfalls zu dicken Augen. Häufig liegt es aber an der Milchumstellung, die zu einem Leberproblem führt. Es bringt also oftmals nichts, hier nur das Auge zu behandeln ohne die tatsächliche Ursache zu beseitigen.
Behandlung:
- mit lauwarmen Wasser vorsichtig abwischen bzw. abtupfen. Mein Tipp: direkt vor der Fütterung mit einem nassen Wattestäbchen (nur warmes, abgekochtes Wasser) das Auge äußerlich nass machen - leicht drüberstreichen. Meist tritt dann schon während der Fütterung die weißliche Flüssigkeit an einem Punkt heraus. Diese dann einfach mit einem Wattestäbchen oder Kleenextuch vorsichtig abnehmen.
- falls das Eiter nicht abfliesen kann, mit Bepanthen Augensalbe die Haut weich halten,
- in extremen Fällen muß möglicherweise zu antibiotischen Augensalben gegriffen werden -hier bitte vorher mit ihrem Tierarzt abklären, welche Salbe geeignet ist.

Hier ist deutlich zu sehen, dass das gesamte Augenlid geschwollen ist. Wenn das Eiter nicht abfliesen kann, kann die Schwellung sich über die gesamte Gesichtshälfte ziehen. Das ist schmerzhaft, da sich ein enormer Druck anstaut.

Die Babys sind während dieser Phase oft sehr unleidig, quängelig und trinken schlecht.

 

 

 

Sobald das Lid dem Druck von selbst nachgibt, kann das Eiter abfliesen. Ab diesem Moment geht es dem Marderchen schnell besser. Bitte niemals das Lid öffnen oder mit schmutzigen Fingern oder Lappen berühren.

Der Appetit und das Allgemeinbefinden steigt meist sofort nachdem der Druck am Auge weniger ist.

 

Informationen zu "Blindheit bei Mardern"

Zähne

Zahnung ! Ab der ca. 4. Woche (300 Gramm) beginnen die Milchzähnchen durchzubrechen. Das bedeutet Streß für die Marderchen. In dieser Zeit (ca. 1-2 Wochen lang) kann die Trinkmenge etwas weniger werden. Meist wird jetzt auf dem Nuckel mehr herumgelutscht als getrunken. Um die Trinkzeit dadurch nicht unnötig zu verlängern, gibt es einen kleinen Trick: Ziehen sie die Nuckelflasche langsam weg. Die Angst, die "Zitze" zu verlieren verursacht dann meist ein kräftigeres Nuckeln. Wenn es mehrere Babys sind, bringt es oft was den Rest der Flasche nach der Einzelfütterung direkt in die Gruppe zu halten. Jeder möchte dann der stärkste sein und will den Nuckel unbedingt haben.
Während dieser Phase hilft "Chamomilla D6" als Globuli sehr gut. Drei mal täglich je 3 Globuli in 0,3 ml Wassser direkt ins Mäulchen eingeben - am besten vor der Milchmahlzeit, so wird der Wirkstoff direkt über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Mit dem Einsetzen der Zahnung wird dem Körper vermehrt Calzium entzogen. Das sollte ab jetzt mit den Schüsslersalzen "Calcium fluoratum D12"- (PZN 2812943) und "Calcium phosphoricum D10"- (PZN 2801365) ausgeglichen werden.
Anwendung: Je 10 Globuli (also zusammen 20 Stück) in einer 3 ml-Spritze mit Wasser auflösen. Von der Mischung 3 mal tgl. ca. 0,1 ml ins Mäulchen geben.
Achtung !! 1er und 2er Schüssler können bei Milchbabys zu erbrechen führen. Deshalb immer mit genügend zeitlichem Abstand zur Milch verabreichen. Bei erbrechen sofort absetzen ! Bitte nicht mit anderen Globulis kombinieren. Falls das kleine krankheitsbedingt bereits andere Globulis bekommt, ist diese Calcium-Vorbeugung zunächst zu verschieben bis das Kleine stabil ist.

Von anderen Calciumpräperaten ist dringend abzuraten, da diese über die Leber abgebaut werden müssen. Die Leber ist aber bei Marderchen erst ab der ca. 10. bis 12. Woche gut genug entwickelt um solche Mittel zu verarbeiten.

Atmung / Lunge

Aspiration / Flüssigkeit in der Lunge

Symptome: Röcheln, Pfeiffen, nach Luft ringen.
In der ersten Woche in Menschenhand sind die Kleinen Marderchen noch nicht an den Nuckel gewöhnt - in der Natur gibt es nun mal kein Plastik oder Gummi. In dieser Zeit ist besondere vorsicht beim trinken geboten. Verschlucken kann dazu führen dass Milch in die Bronchien gelangt und somit schnell in die Lunge. Oft hustet das Kleine die Milch noch rechtzeitg aus. Falls nicht, kann ein Knacken oder Röcheln ein Zeichen dafür sein, dass die Milch in der Lunge ist. Hier eine pauschale Vorgehensweise zu empfehlen könnte fatal sein. In diesem Fall bitte umgehend zum Tierarzt. Die Situation kann sehr schnell lebensbedrohlich sein.
Versuchen sie niemals etwas in das Mäulchen hineinzuzwängen. Auch unterversorgte Tiere müssen mit absoluter Vorsicht an das Trinken gewöhnt werden, da sie natürlich äußerst hastig reagieren was oftmals zu einem Verschlucken führt, so daß die Flüssigkeit über die Luftröhre in die Lunge gelangt.

Lungenentzündung

Bei hartnäckigen Entzündungen wie z.B Lungenentzündung und Darmentzündung hilft "Cotrim Suspension für Kinder". Cotrim ist verschreibungspflichtig - ein Rezept erhalten sie bei ihrem Tierarzt. In Österreich unter "Eusaprim K Suspension für Kinder" zu bekommen.

Dosierung und Anwendung:
0,5 ml / kg - 2 mal tgl.

Beispiel: Ein Marderchen mit 500 Gramm bekommt 0,25 ml jeweils morgens und abends ins Mauli eingegeben.
Dauer der Anwendung: Magen / Darmentzündungen 3-5 Tage, Lungenentzündung/schwere Erkältung mit Fieber 7 - 10 Tage, Kokzidien 14 Tage, Bei Blasenentzündung reichen 3 Tage.

Achtung Nebenwirkungen: grüner Kot durch Calciummangel, Hautknoten (verschiebbar), trockene Augen - mit Kochsalz-Augentropfen lindern.
Generell sollte zu jeder Antibiotika-Therapie mit den Schüssler-Salzen 9 und 10 gepuffert werden (mind 3-5 mal tgl je 5 Globuli).
Wie immer - bei Marderchen unter 8 Wochen nur Globuli verwenden. Die PZN-Nummern zur Bestellung in der Apotheke finden sie unter:
Schüsslersalze - Übersicht mit PZN-Nummern

Psyche

Viel schreien

Einzelkinder schreien wesentlich mehr als in einer Gruppe. Hier hilf nur viel schmusen und Liebe. Aber bitte nicht vergessen es ist ein Baby und muß viel schlafen - also bitte nicht herumtragen oder Kindern zum Schmusen oder Spielen geben. Außerdem helfen Schüssler Globuli Nr. 7 (Magnesium phosphoricum). 5 Globuli in 3 ml Wasser auf 3 mal verteilt über den Tag - gern auch öfter)
Die PZN-Nummern aller Salze finden sie unter "
Schüsslersalze - Übersicht mit PZN-Nummern". Weitere mögliche Ursachen: Parasiten wie Giardien oder Kokzidien - in dem Fall sind die kleinen zunächst hyperaktiv und werden dann sehr schlapp. Auf jeden Fall eine Kotprobe (mind. 3 verschiedene Kotausscheidungen als Sammelprobe) zum Tierarzt bringen.

Penis nuckeln

Kleine Marderchen benuckeln sich gelegentlich am eigenen oder fremden Penis (auch an den weiblichen Geschlechtsteilen). Das sind zwei verschiedene Angelegenheiten. Was zunächst nach Psyche aussieht, ist in Wirklichkeit meist ein Stoffwechselproblem.


Fall 1: Wenn sich der Kleine selbst benuckelt deutet das meist auf eine Übersäuerung. Durch Zugaben von Joghurt, falsches Futter oder zu früh Obst übersäuert der Körper und der Schiedel brennt. Deshalb versucht der Kleine das brennen zu lindern indem er daran nuckelt. In extremen Fällen kann es hier sogar zu Entzündungen führen. Zunächst kann man mit Schüsslersalz Nr. 9 eine schonende Entsäuerung einleiten - 6 mal tgl. je eine Gabe (bis zur 8. Woche je 5 Globuli danach je eine Tablette). Bei Marderchen die bereits feste Nahrung fressen, sollte in nächster Zeit ausschließlich "Animonda Kittenfutter in Schälchen" gegeben werden.
Fall 2: Nuckeln am fremden Penis bedeutet dagegen meist "Sehnsucht" nach Mami. Bester Tipp: Viel schmusen und liebhaben. Bei Marderchen bis zur 12. Woche besteht deshalb nicht gleich die Gefahr die Kleinen zu sehr zu Vermenschlichen. Wenn man es ab der 12. Woche weniger werden läßt mit dem Verhätscheln, werden sehr wohl noch wilde Marder daraus.
Bei Milchbabys bitte die Fütterungsintervalle verkürzen (geringere Abstände zwischen den Fütterungen) und länger nuckeln lassen um den Nuckeldrang zu verringern.
Falls ein Unglückswurm in der Gruppe ist, der ständig von anderen benuckelt wird, sollte die Gruppe zeitweise getrennt werden. Zumindest Nachts, oder wenn niemand eingreifen kann.

In schlimmen Fällen - wenn der Penis bereits sehr stark angeschwollen ist - muss Abhilfe geschaffen werden. Wie auf dem linken Foto zu sehen, kann dazu ein Strampler aus einer Kindersocke gebastelt werden. Dabei bitte beachten dass nichts einschneidet oder sich das Kleine nicht darin stranguliert. Angepiselte bzw. nasse Socken bitte unverzüglich wechseln. Auch eine gute Abschwellende Wirkung hat Magerquark - dazu einen Klecks Quark auf ein Stück Zellstoff oder einen Tupfer und für ca. 20 - 30 Minuten drauf lassen.

Parasiten

Darmparasiten - Würmer, Kokzidien, Giardien

Äußere Parasiten - Flöhe, Zecken, Milben usw.

Alle Marderspezifischen Parasiten und deren Behandlung haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst: siehe Parasiten-Seite

 

weitere gesundheitliche Probleme bei größeren Marderchen

 

Akut-Kur

Bei den meisten Problemen (sehr schwach, trinkt nicht, Durchfall uvm.) hilft unterstützend folgende Kur:
Schüssler Globuli Nr. 3 / 5 / 7 / 9 / 10

Von jeder Sorte 10 Stück Globuli (also gesamt 50 Globuli), diese zusammen in ca. 5 ml warmen Wasser ausflösen und mit der Spritze (bitte ohne Nadel) ins Schnauzi geben.
Dosierung: 4 Stunden lang alle 10 Minuten ein paar Tropfen ins Mäulchen geben. Danach noch mind. 2-3 Stunden alle 30 Minuten und danach noch Stündlich. Am Folgetag weiter stündlich. Ab dem dritten Tag auf 6 mal tgl. reduzieren. Diese Kur hat uns schon oft geholfen die Kleinen wieder stabil zu bekommen um danach weitere Behandlungen einzuleiten. Natürlich ist dabei immer abzuwägen ob das Baby diese 10-minütige Tröpfchengabe streßfrei erträgt. Manche muss man dazu nicht mal wecken - andere evtl. traumatisierte Marderchen erschrecken oder sind dann bei jeder Gabe hellwach. In letzterem Fall ist es besser die Akutkur sein zu lassen, zumal ein tiefer Schlaf oft noch wichtiger ist um die Heilung anzukurbeln.
Es sollten nur Globuli verwendet werden, da es sonst zu akutem Durchfall kommen kann. Nur wenn keine Globuli greifbar sind, kann auf Tabletten zurückgegriffen werden. In dem Fall dann nur max. je 1/2 Tablette nehmen und so schnell wie möglich Globuli besorgen - sind in jeder Apotheke bestellbar.
Bei Marderbaby's unter 300 Gramm sind Tabletten absolut tabu.

Eine detaillierte Beschreibung mit den passenden Schüsslersalzen (inkl. PZN) finden sie hier:
Schüssler - Akutkur Plan zum ausdrucken
und hier die dazugehörige Video-Anleitung

"Heiße 7"

1 ml warmes Wasser (sollte sehr warm sein aber nicht heiß) + 10 Globuli Schüssler Nr. 7. Innerhalb 2 Minuten tropfenweise verabreichen.

 

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