Medikamente, Naturheilmittel & Schüsslersalze

Kleine Marder haben kleine Wehwehchen - Große Marder haben große Wehwehchen.

Was im Einzelfall zu tun ist kommt auf die Erkrankung an. Aus unserer Erfahrung können wir einige der typischsten Probleme beschreiben und Tipp's für die Behebung des Problems geben.

Mein bester Tipp: Soviel wie möglich mit der Natur heilen. Chemische Keulen schaden vor allem dem Immunsystem - und genau das brauchen die Kleinen später (wenn sie uns verlassen) am dringendsten.
Aus diesem Grund haben wir uns auf Schüssler-Salze, Heilpflanzen und Homöopathie konzentriert.
Schüsslersalze und die milchzuckerfreie Version - die Globuli's, gibt es sehr günstig bei www.omp-apotheke.de

Schüssler Salze und Globuli

Aber auch hier kann man vieles falsch machen. Also vorsichtig sein ! Im Zweifelsfall fragen sie dazu einen erfahrenen Tierheilpraktiker. Einige Schüsslersalze und Homöopatka können zu der homöopathischen Erstverschlimmerung führen. Das kann auch verherende Auswirkungen haben. Bei Marderbaby's können die Milchzuckertabletten zu Durchfall führen. Ein Durchfall von mehr als 2 Tagen kann hier wiederum sehr gefährlich werden. Deshalb werde ich auf dieser Seite weiter unten nur die Schüsslersalz-Behandlungen erklären, bei denen ich mir sicher bin, dass sie in der speziellen Situation helfen.

Auch Homöpphatische Medikamente können gefährliche Auswirkungen haben. z.B. Nux Vomica Dilution führt bei kleinen Mardern zum Tod, da schon geringe Mengen Alkohol den Körper vergiften. Jede Art von Tinktur enthält ebenfalls Alkohol !

Bei sehr kleinen Marderkindern sind die Alternative zu den Schüsslertabletten die Schüssler Globuli. Diese enthalten keinen Milchzucker.

Generell ist zu sagen, dass Tierärzte in unseren Städten natürlich meist auf Katzen, Hunde und andere Haustiere spezialisiert sind. Der Steinmarder ist als Wildtier aber in vielen Dingen anders zu behandeln. Fachliche Hilfe könnte hier evtl. von Zoo-Tierärzten kommen, die auch Marderartige und Exoten zu behandeln haben.

Alles in Allem ist die medizinische Behandlung von Steinmardern nicht einfach und bedarf einem fundiertem Wissen über den Stoffwechsel und die Lebensweise dieser Tiere. Aus diesem Grund bilden wir uns ständig weiter um nur das allerbeste für die Mardergesundheit zu erzielen.

Generell ist es sehr wichtig das Verhalten der Marder genau zu beobachten, um in einem Problemfall sofort die richtige Behandlung einzuleiten.

Normale Körpertemperatur: 38,5 Grad

Hier eine Übersicht zu den Schüsslersalzen und deren häufigste Anwendung:

 

Nr. 1 Calcium fluoratum D12 Zahnungskrämpfe, Calciummangel, geschwollene Lymphdrüsen, Knochen- und Gelenkprobleme, Angstzustände ,Fellprobleme (filzig), Probleme bei Zahnung (Doppelzahnung)
bis max. 5 x täglich verabreichen
Nr. 2 Calcium phosphoricum D6 Zahnungskrämpfe, Calciummangel, Angstzustände, Knochen- und Gelenkprobleme, Verdauungprobleme (Nahrung wird nicht richtig verdaut, grüner Stuhl) Nervenprobleme (starke Hyperaktivität)
bis max. 5 x täglich verabreichen
Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 nur zur langfristigen Einnahme (über mehrere Tage); bei akuten Infekten, Entzündungen, Bisswunden - immer in Kombination mit Nr. 9 und Nr. 10 , Fieber, bei anfänglicher Appetittlosigkeit kann die Nr. 3 bei sofortiger Gabe Schlimmeres verhindern.
Hier sollte immer mit Akuttherapie begonnen werden
Nr. 4 Kalium chloratum D6 Schleimhäute, Schnupfen, und bei abklingender Entzündung im Anschluß an Nr. 3 , nur stündlich , evtl. auch nachts verabreichen
Nr. 5 Kalium phosphoricum D6 Erschöpfung , hohes Fieber, bei Schwellungen mit Eiter und jauchigem Geruch- immer mit Nr. 9, Akuttherapie!
Nr. 6 Kalium sulfuricum D6 bei längeren Erkrankungen mit Schwäche und Appetittlosigkeit immer mit Nr. 10 verabreichen und immer nur 3 x täglich
Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 bei Schmerzen, Krämpfen, Schock, Streß (heiße 7 = 1 Tabl. in 1ml sehr warmen Wasser auflösen und ins Mäulchen, wirkt blitzschnell) auch Akutterapie möglich.
Nr. 8 Natrium chloratum D6 bei Schwellungen mit Wasseransammlung (ohne Eiter)- immer mit Nr. 9 bis max. 3 x täglich verabreichen
Nr. 9 Natrium phosphoricum D6 für Stoffwechsel; fördert die Ausleitung von Giftstoffen; Übersäuerung, nach Antibiotika
Nr. 10 Natrium sulfuricum D6 bei Stoffwechselproblemen entschlackend , bei fieberhaftem Schüttelfrost mit Nr. 5 Akuttherapie!
Nr. 11 Silicea D12 Vorsicht ! Treibt Schlacken und Eiter aus, die der Körper dann erst verarbeiten muß. Kann bei Erstverschlimmerung psychische Probleme verursachen. Nicht als Akuttherapie, nur nach Rücksprache mit Schüssler-Therapeut! Immer in Verbindung mit Nr. 9, hervorragendes Mittel zur Bekämpfung von Stereotypien, nur nach Therapieanweisung!
Nr. 12 Calcium sulfuricum D6 Vorsicht ! Ähnlich wie Nr. 11; nur bei eitrigen Wunden die stark stinken, Krallenbettentzündung- immer in Verbindung mit Nr. 9

Manche Schüsslersalze sollten zu Beginn immer als Aktutkur (häufige Gaben hintereinander) gestartet werden, da es bei einzelnen Gaben zu heftigen Verschlimmerungen kommen kann.

Zu Akutkuren geeignet sind: 3, 5, 7, 9, 10

Eine detaillierte Beschreibung mit den passenden Schüsslersalzen (inkl. PZN) finden sie hier:
Schüssler - Akutkur Plan zum ausdrucken

Schüsslersalze bestehen, zu den jeweiligen Mineralien, vorallem aus Milchzucker. Zuviel Milchzucker kann zu Durchfall führen. Durchfall sollte nie länger als 2 Tage bestehen. Ansonsten die Schüsslersalze verringern.
Alternative sind die Schüssler Globuli (ohne Milchzucker)

Ein ausgewachsener Marder verträgt ca. 6 -10 Tabletten täglich, Jungtiere entsprechend weniger. Baby's bis zur 8. Woche ausschließlich Globulis. 1 Tablette entspricht 5 Globuli

Weitere Medikamente:

Floxal Augentropfen
Floxal ist antibiotisch und deshalb nur mit äußerster Vorsicht anzuwenden - kann zu Krämpfen führen.

NutriCal
und andere Vitaminpasten sind sehr hochdosiert. Zu viele konzentrierte Vitamine sind auch schädlich und können zu Nierenproblemen und Vergiftungserscheinungen führen. Also maximal 1 mal pro Woche eine sehr kleine Menge (Erbsengroß) geben wenn der Zustand es verlangt.

Reconvales Tonikum
hilft bei Schwäche und Appetitlosigkeit. Auch hier gilt - weniger ist mehr. Meist nur beim Tierarzt zu bekommen.

Traumeel - Tabletten
sind ebenfalls homöopathisch und helfen bei jeder Art von Verletzungen. Beispiel: bei Verstauchungen, Zerrungen und Prellungen mit Schmerzen kann eine Tablette zermahlen ins Futter gegeben werden (max. 3 mal tgl.).

Traumeel-Salbe
nicht bei offenen Wunden anweden. Verwendungszweck wie bei den Tabletten, allerdings dünn auf die Stelle auftragen.

Rivanol
ist ein gelbes Pulver, das mit Wasser verdünnt wird. Bei Verletzungen und offenen Wunden kann es zur Reinigung und desinfizierung der Wunde benutzt werden. Bei Mardern muß es wieder stärker verdünnt werden (1 Messerspitze auf ca. 100ml Wasser). Rivanol ist beim Tierarzt zu bekommen.

Amynin
Sehr geschwächte Marderchen können mit einer Amynin-Unterspritzung sehr gut unterstützt werden. Es versorgt den Körper mit den wichtigsten Vitaminen und Mineralien. Der Tierarzt sollte 1 bis 2 mal täglich 3- 5 ml subcutan spritzen. Auch bei sehr kleinen Babys gut verträglich.

Bachblüten
In extremen Streßsituationen kann die Rescue-Mischung gegeben werden. Wichtig dabei: Niemals eine Mischung mit Alkohol verwenden - das kann innerhalb von einem Tag zum Tod führen. Bei Marderchen unter 8 Wochen maximal 1 Tropfen (bzw. 1 aufgelöstes Globuli) auf die Zunge geben.

Generell heißt es: Weniger ist mehr !!! Bitte nie irgendwelche Versuche starten und nie prophylaktisch etwas eingeben. Das gleiche gilt für Homöophatie und auch Schüssler-Salze.

Schüsslersalze bitte nie mit Metall in Verbindung bringen. Die Mineralien können sich sonst zersetzen. Also besser eine Glas- oder Keramikschüssel und Holzspatelchen (Eisstiele sind gut geeignet) verwenden.
Schüsslersalze möglichst immer in einen sauberen Mund geben, da sie dann von der Mundschleimhaut besser aufgenommen werden können. Also wenn möglich nicht unmittelbar vor oder nach dem Futter verabreichen. Eine Spritze (ohne Nadel) ist dazu super geeignet - die Kleinen merken schnell, dass das süßlich schmeckt und nehmen es dann schon von selbst.

Auf kleine Verletzungen darf Bephanthen-Salbe dünn aufgetragen werden. Kamillentee zur Wundreinigung ist auch ok. Ansonsten bitte erst bei Menschen mit Marder-Erfahrung nachfragen.

Wichtig ist, dass sie keine Medikamente einsetzen, die Sie bei sich selbst oder Ihren Haustieren kennen. Marder sind Wildtiere und deshalb in fast allem anders zu behandeln.

Niemals verwenden: Tinkturen, Jod, Alkoholhaltige Salben oder Flüssigkeiten, Homöopathische Mittel, die in Alkohol gelöst sind.

Marderhilfsnetz  •  Copyright © 2015 by Karin Amann