Häufigste Probleme
Marder über 12 Wochen und Erwachsene

Auf dieser Seite finden sie:
Magen/Darm, Haut/Fell, Verletzungen, Krämpfe, Nerven/Neurologie, Vergiftungen,
Augen, Zähne, Entzündung/Fieber, Psyche, Übersäuerung allg., Mangelerscheinungen, Parasiten,
Viruskrankheiten, Genetische Defekte

Bei gesundheitlichen Problemen von Marderbaby's und Kindern bis zur 12 Woche gehen sie bitte zur Seite: Baby-Probleme & Krankheiten

Magen / Darm

Darmparasiten - Würmer, Kokzidien, Giardien

Alle Marderspezifischen Parasiten und deren Behandlung haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst: siehe Parasiten-Seite

Durchfall

Bei Durchfall muss erst geklärt werden wovon er kommt. Marderkinder die bereits feste Nahrung nehmen , sowie Ältere Marder sollten einen dunkelbraunen, geformten Kot haben. Blut sollte nicht drin sein. Egal ob Baby oder Jungendliche Marder - bei Blut im Stuhl handelt es sich meistens um Kokzidien, Giardien oder schlimmstenfall innerlichen Verletzungen (z.B. nach einem Unfall) - bei letzerem bitte einen Tierarzt aufsuchen. Ist sichergestellt, dass es sich um Darmparasiten handelt kann entsprechend und gezielt behandelt werden. Zum Abklären immer eine Kotprobe zum Tierarzt bringen. Eine Behandlung muß jedoch schnellstmöglich erfolgen. Aber bitte immer den Allgemeinzustand des Tieres beachten. Ein sehr geschwächter Marder verträgt eine chemische Keule nicht sehr gut. Dann zuerst stabilisieren.

In allen anderen Fällen gilt: So chemisch wie nötig aber so mild wie möglich. Durchfall führt zu Kaliummangel. Um einen solchen Mangel zu verhindern raten wir auch hier zu der Akutkur - siehe auf der Seite ganz unten.
Bei der Umstellung auf feste Nahrung kann es sein, dass etwas im Futter nicht vertragen wird. Dann am besten die Ernährung überprüfen. Tipp's dazu siehe unter Ernährung.
Würmer oder Kokzidien - dazu mehr unter Parasiten.

Eine Übersichtsliste der besten Durchfallmittel finden sie im Bereich "Downloads" unter Durchfall- und Darmsanierungsmittel

Oft hilft bei akutem, wässrigem Durchfall eine ein- oder zweimalige Gabe der Schüsslersalze Nr. 8. Pro Gabe 5 Globuli oder eine Tablette. Vorsicht ! Nicht zur langfristigen Behandlung geeignet.

Unverdautes im Kot

Wenn Futterteile wie Federn, Füße, Knochen oder Obst im Kot zu sehen sind, stimmt meist etwas mit dem Stoffwechsel oder der Darmflora nicht. Mögliche Ursachen sind Antibiotika, Narkose, Entwurmung usw. Durch die fehlenden Darmbakterien entstehen Toxine (Gifte) die die Leber überlasten. Das Marderchen wirkt müde und hat evtl. wenig Appetit. Ein Zeichen dafür ist auch, wenn das Marderchen die Küken und Mäuse ohne Beinchen und Kopf verspeist.
Behandlung: 6 mal tgl. Schüssler 9 und 10. Außerdem muß die Darmflora wieder hergestellt werden. Dafür gibt es diverse Mittel z.B Symbio Pet (weitere Mittel siehe unter Durchfall- und Darmsanierungsmittel). Zudem sollte darauf geachtet werden die Säuren zu reduzieren (wenig Obst und Fleisch - ausgenommen Mäuse und Küken). Eine Messerspitze Heilerde kann auch über das Katzen/Hundefutter gegeben werden (nicht zusammen mit dem Darmsanierungsmittel).

Po entzündet

Oft verursacht Durchfall einen geröteten Po. Am besten nur vorsichtig trockentupfen und evtl. mit Wund- und Heilsalbe (Bepanthen) betupfen. Feuchtigkeit verschlimmert die Reizung. Schüssler Nr. 9 stündlich geben. Auch bei Erwachsenen Mardern nicht mehr als 6-8 Tabletten pro Tag. Falls bereits Durchfall besteht, sollte unbedingt auf Globuli zurückgegriffen werden. Außerdem viel Schlaf und Ruhe.

Grüner Kot

Deutet meist auf Calziummangel hin. Im Gegensatz zu anderen Wildtieren (Igel, Eichhörnchen usw.) handelt es sich nicht zwangsläufig um eine Parasitose. Es kann ab der 12. Woche dazu kommen, wenn der Zahnwechsel stattfindet - dazu lesen sie bitte weiter unter "Zähne". Bei einem Ernährungsbedingtem Ca-Mangel muß dringend die Ernährung überprüft werden. Küken sind unumgänglich.
Behandlung: PlantaSil von PlantaVet. Bei Marderchen über 12 Wochen 2 mal tgl. 1/4 Teelöffel ins Futter mischen. Schüssler Globuli 1 und 2 mind. 6 mal tgl. (wieder maximal 6-8 Tabletten pro Tag).

Magen- Darmentzündung

Falls eine richtige Entzündung vorliegt ist abzuwägen, ob Antibiotika eingesetzt werden muß. In diesem Fall sollte das mildeste AB eingesetzt werden. Nach unserer Erfahrung hilft hier "Cotrim". Dosierung siehe unter Entzündung - weiter unten im Text.

Darmvorfall

Darmvorfall bei Steinmarder - Streßbedingt

Der After ist leicht ausgestülpt. Passiert nicht so häufig. Ursache: Streß in verbindung mit mangelhafter Ernährung. Auch hier kann mit Schüsslersalzen und richtiger Ernährung ein sehr schneller Erfolg erzielt werden.

Behandlung eines starken Vorfalls:

-Ausgestülpten Teil unbedingt feucht halten, Bephanten-Salbe, Wasser
-Darm retonieren - muß steril gemacht werden - Tierarzt
-Kot dünn halten - am besten mit Lactulose oder auch Schüssler Tabletten (nicht übertreiben)
-evtl. Antibiotika geben. Bitte kein Baytril !

Behandlung eines kleinen Vorfalls:

- Schüssler 1 und 2 ca. 5 mal tgl. je 5 Globuli
- viel Ruhe und Schlaf

Haut / Fell

Äußere Parasiten - Flöhe, Zecken, Milben usw.

Alle Marderspezifischen Parasiten und deren Behandlung haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst: siehe Parasiten-Seite

Haarausfall & weiße Marder

Haarausfall mit schlimmen FolgenMarderchen mit sehr hellem Fell haben meist Mangelerscheinungen, die nur mit Behandlung behoben werden können. Oft ist es auch die Folge von falscher Milch. Hier muß sehr schnell gehandelt werden um eine Auswilderungsfähigkeit sicher zu stellen. Häufigste Ursachen dieser Fellprobleme: Pasteurisierte Kuh- oder Ziegenmilch, Milch zu dünn angerührt, falsche Zugaben zur Milch, ungeeignete Aufzuchtmilch. Diese Aufzuchtfehler ziehen lange folgen nach sich - oft bis zum ersten Fellwechsel im Spätherbst.

Behandlung:

Schüsslersalze über mehrere Wochen: 1, 2, 12 (D12)- 5 mal tgl. je 1/2 Tablette oder je 5 Globuli.

PlantaSil von PlantaVet - 2 mal tägl. je 1/4 Teelöffel (nicht bei Milchbabys), am besten ins Futter mischen- oder auf mehrere Portionen verteilen.
Marderchen die bereits feste Nahrung bekommen können frisches Knochenmehl* ins Futter bekommen. Max. 1/2 bis 1 Teelöffel tgl.
Alternativ zum Knochenmehl kann zermahlene Eierschale von rohen Eiern gegeben werden. Hiervon maximal eine Messerspitze pro Tag übers Futter. Da Eierschale sehr viel Calzium besteht, darf sie nur Kurartig gegeben werden - also max. 2 Wochen lang.

* Knochenmehl - unbedingt nur frisches vom Metzger geben - niemals Trockenpulver aus dem Zoomarkt

Fellprobleme aufgrund der falschen Ernährung

Fellprobleme wie auf dem Foto deuten ebenfalls meist auf Mangelerscheinungen. Früh genug erkannt, kann man hier noch gut einwirken.

Meist regeneriert sich das Fell wieder aber andere Folgeschäden bleiben zurück. Leider betrifft der Mangel oft die Augen - so kann es passieren dass die Sehstärke beeinträchtigt ist. Dies muß unbedingt abgeklärt sein bevor man an eine Auswilderung denkt.

Auch Biotin kann als Ergänzung dem Futter zugeführt werden. Fragen sie dazu bitte einen Tierheilpraktiker nach einem geeigneten Präparat.

 

Milchschorf

Milchschorf tritt meist in Verbindung mit einem Ca- Mangel/Verteilerstörung und einer Leberbelastung auf, daher ist er auch nie bei adulten Tieren zu finden. Mehr Infos dazu deshalb unter: Baby-Probleme

Mögliche Ursachen bei Marderchen über 12 Wochen:
Falsche Ernährung. Bitte unbedingt auf Küken, Mäuse und Animonda-Naßfutter umsteigen. Größere Marder (Zahnwechsel abgeschlossen) können auch ein hochwertiges Frettchen-Trockenfutter als Abwechslung bekommen.

Bläschen am Bauch / Hauthelles Fell - Folge von falscher Milch

Das kann viele Ursachen haben: Antibiotika, Übersäuerung, Folgen von falscher Aufzuchtmilch oder Milchzugaben wie Joghurt oder andere Sauermilchprodukte. Falsches Futter !
Dazu ist generell folgendes zu sagen:

Falls es trotzdem weitergeht und die Bläschen nicht verschwinden:
1. Die Bläschen nicht unnötig reizen oder einreiben. Wenn, dann nur ganz sanft mit Kamillentee betupfen.
2. Keine Salben - die decken die Bläschen nur Luftdicht ab und Bakterien können sich vermehren.
3. Peinliche Sauberkeit: Bakterien auf der Haut verschlimmern die Lage. Also, Kot und Urin sofort wegnehmen. Verschmutzte Körperstellen mit Wasser reinigen.
4. Antibiotikum führt zu weiteren Problemen. Die Darmflora wird zerstört. Vorallem bei sehr kleinen Marderchen führt AB wiederum zu Leber- und Darmproblemen. Würde zwar erstmal zu einer Besserung führen, aber später erneut zu Bläschen führen.
5. Eine Akutkur bringt oft schnellen Erfolg. Anleitung dazu unter : Schüssler - Akutkur Plan Bitte die Zeiten genau einhalten.
6. Gut wirksam und heilend ist UrticaSil von PlantaVet (beim Tierarzt erhältlich). Davon eine gute Messerspitze pro Tag übers Futter.

Rauhes, struppiges Fell ..

deutet auf eine Mangelernährung. Bitte Futter überprüfen - hierzu mehr auf der Seite "Ernährung". Behandlung: Schüssler 1, 2, 8, 9, 10 - je 3 mal tgl. eine Gabe. Meist ist das Fell bereits nach ca. 2 Wochen wieder seidig und glänzend - gutes Futter vorausgesetzt.

Verletzungen

Bißwunden und Verletzungen

Im akuten Fall die Akutterapie - siehe unten - durchführen. Bei Abklingen nur noch 3 mal täglich. Zum Reinigen der Wunde evtl etwas stark verdünntes Braunol oder verdünnten Kamillentee (zweiter Aufguß). Bei Krustenbildung genau beobachten, ob sich darunter Eiter bildet - in diesem Fall die Kruste solange offen halten bis das Eiter abgeflossen ist. Krustenbildung läßt sich mit Feuchtigkeit (Tee oder warmes Wasser) vermeiden. Eine solche Behandlung sollte allerdings von ihrem Tierheilpraktiker oder Tierarzt begleitet werden.

Bei tiefergehenden Wunden sollte mit Leukasekegel gearbeitet werden. Bitte auch bei solchen Verletzungen lieber einen Tierarzt zu Rate ziehen, da es sich hier um lebensbedrohliche Zustände handeln kann oder das Tier ein Leben lang beeinträchtigt sein kann. Bitte machen sie den Tierarzt darauf aufmerksam, dass eine örtliche Behandlung anzustreben ist. Für eine antibiotische Behandlung haben wir unter "Info's für Tierärzte" weitere Informationen zusammengestellt.

schlimme Verletzung am Hals

Dieses Marderchen wurde mit einer Drahtschlinge um den Hals gefunden. Die Haut war entzündet und eitrig.

Hals nach eingehender Kur

Mit diversen Homöophatischen Mitteln und Mineralstoffen sind die Haare wieder nachgewachsen und die Haut ist gut verheilt.

Oberflächliche Schürfwunden

Traumeeltabletten 3 mal tgl. eine Tablette (nicht bei Babys anwenden - Milchzucker fürht zu Durchfall) und Traumeelsalbe dünn auftragen. Bitte genau beobachten ob sich Eiter bildet oder die Wunde nässt. "Poly Wundspray" bewirkt, dass Schmutz, abgestorbene Zellen, Fettpartikel und Talgreste beseitigt werden, wodurch Bakterien und Hefen die Nahrungsgrundlage entzogen wird (auch für großflächige Wunden geeignet). 
Falls die Wunde eitert kann ein lokales Antibiotikum wie z.B. Tetracyclin-Augensalbe auf die Wunde aufgetragen werden. Bei nässenden Wunden ohne Eiter hilft Schüssler Nr. 3 und 5 als Akutkur (4 Std. alle 15 Min) dass Bakterien sich nicht vermehren können. Zur schnelleren Heilung am besten immer Schüssler 9 und 10 dazugeben. Antibiotika als Spritze oder Tabletten sollte nicht leichtfertig eingesetzt werden, zumal der spätere Schaden dadurch meist schlimmer ist als der Grund der Gabe.
Wenn sich Wunden zwar schließen aber eine Verhärtung bleibt, kann mit Schüssler Salbe Nr. 1 die Stelle mehrmals tägl. massiert werden (muss über einen längeren Zeitraum so behandelt werden) .

Krämpfe

Marderartige neigen generell zu Krämpfen.
Erste Anzeichen für Krämpfe sind: Angst, Zittern, Schreien ! In diesem Fall sofort Schüsslersalze Nr. 5, 7, 9 geben. Das mildert die Krämpfe unverzüglich. Dann muß weitere Forschung betrieben werden woher die Krämpfe kommen. Meist sind es Mangel- oder Übersäuerungskrämpfe. Der Stoffwechsel von Mardern ist eine Wissenschaft für sich. Bei anfänglich kleinen Krämpfen sollte nicht gleich auf eine chemische Keule (Buscopan oder Barbiturate) zurückgegriffen werden. Die meisten Mittel helfen zwar akut sehr schnell, aber die Ursache wird dabei oft nur unterdrückt. Die Nebenwirkung der meisten Mittel ist eine starke Übersäuerung, welche in kurzer Zeit zu erneuten Anfällen führt.
Hier eine Übersicht der häufigsten Krämpfe:
Vergiftungskrämpfe durch Medikamente:
Ursache dafür sind oft Medikamente wie Antibiotika, Parasitikum und Schmerzmittel. Der Stoffwechsel von sehr kleinen Marderchen verkraftet diese Mittel sehr schlecht und führt zu Krämpfen. Die Symptome dafür können sein - Niedrige Temperatur, Schwellungen, Hysterie, Beißwut, Überreiztheit und Inappetenz. Behandlung: Halbstündlich Schüsslersalze Nr. 5, 7 und 9 (Nachts 2 stündlich weitergeben). Amynin-Unterspritzung (je nach Gewicht 2 - 5 ml). Viel Flüssigkeit geben (Wasser oder Kamille/Fencheltee). Das auslösende Mittel (Antibiotika, Entwurmung usw.) sofort absetzen. Leider führen Entwurmungsmittel bei Marderbabys in den meisten Fällen zum Tod.
Bei Vergiftungen durch Rattengift oder ähnliches, natürlich unverzüglich zum Tierarzt.

Calciummangelkrämpfe:
Tritt oft bei Baby's nach der dritten Woche ein - dazu mehr unter Babykrankheiten Menüpunkt "Krämpfe".
Bei Mardern nach dem Milchalter gibt es noch einige Alternativen um Calcium natürlich zuzuführen. Hier kann kurweise (nicht länger als eine Woche) gemahlene Eierschale (max. einmal tgl. eine Messerspitze) oder frisches Knochenmehl (max. 1/2 Teelöffel pro Tag) gegeben werden. Auch sehr gut geeignet ist "PlantaSil von Plantavet" (Dosierung nach Gewicht), welchen man auch etwas länger geben kann. Natürlich muss parallel dazu auch die Ernä
hrung genau überprüft werden. Ohne artgerechte Fütterung - sprich Küken und Mäuse wird der Mangel bestehen bleiben.
Die häufige Folge von Calciummangel sind Zahnungskrämpfe: siehe unter "Zähne".

Epilepsie

Eine sehr schwierige Form von Krämpfen ist die Epilepsie. Hierzu kann es verschiedene Ursachen geben. Bevor die Diagnose gestellt werden kann muß jedoch sorgfältig abgewägt werden, ob es sich nicht um Mangelkrämpfe oder Übersäuerung handelt. Auf jeden Fall ist es angebracht erstmal zu entsäuern - den welche Form von Krämpfen es auch ist, eine Übersäuerung spielt auf jeden Fall eine tragende Rolle. Vorgehensweise bei Übersäuerung - siehe "Übersäuerung allg.". Falls sie den Verdacht auf eine echte Epilepsie haben, suchen sie bitte einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt auf.

Nerven / Neurologie

Bei Nervenquetschungen oder Rückenmarksverletzungen (durch Unfall oder Trauma) ist oft der gesamte Hinterleib von einer Lähmung betroffen. Dies hat zur Folge, dass auch der Darm bzw. der Schließmuskel nicht mehr funktioniert. Hier muss genau überlegt werden, ob und wie das Leben eines solchen Tieres noch Lebenswert ist. Ein Ausgewachsener Marder mit einem solchen Defekt hat kein "Gutes Leben" in Aussicht. Selbst bei Gehegehaltung wird es im Erwachsenen-Alter eher eine Qual für das Tier sein. Die Instinkte und das Revierverhalten werden sich vermutlich komplett ausbilden. Marder sind Flucht- und Klettertiere. Aber vorallem die Inkontinenz - ständig verschmutzer, entzündeter After- würde den Marder früher oder später zum Verhängnis werden. Bakterien und eitrige Entzündungen wären sein Dauerproblem.

Wenn so ein Trauma schnell behandelt wird, besteht noch Hoffnung. Allerdings muß eine Behandlung innerhalb der ersten 48 Stunden nach dem Unfall erfolgen. Behandlungsmethode wäre hier: Cortison, Vitamin B, Physiotherapie, Amynin und diverse Schüsslersalze zur Regenerierung der Nerven. Falls sie einen solchen Fall erleben, suchen sie bitte sofort den Tierarzt auf.

Angstzustände

... sind meist die ersten Anzeichen, dass hier etwas nicht stimmt. Wenn kein Unfall oder Verletzung einhergingen, deutet Angst meist auf einen Mangel hin. Während der Zahnungsphasen (ab der 3. und 10 Woche) entsteht oftmals Calciummangel. Wenn hier nicht rechtzeitig gehandelt wird, kann es zu schlimmen Mangelkrämpfen führen. Behandlung siehe "Zähne".

Vergiftungen

... durch Antibiotika, Parasitenmittel

Folgen von Antibiotika - Knoten auf der Haut

Der dicke Knoten an der Backe ist eine Nebenwirkung von Antibiotika. Mit mehreren Gaben von Schüsslersalzen hat sich der Knoten vollständig zurückgebildet.

Deshalb sollte bereits während der ersten Gabe von Antibiotika mehrmals tgl. Schüsslersalz Nr. 9 und 10 gegeben werden. Das sorgt dafür dass das AB über den Darm ausgeschieden wird und sich nicht wie auf dem Foto über die Haut ausleitet. Eine anschließende Darmsanierung ist zwingend nötig. Hierzu finden sie die passenden Darmmittel unter: Durchfallmittel / Darmsanierung

Antibiotika ausleiten: Schüsslersalze 7 und 9 - tgl. mind. 5 mal, Homöopathisches Mittel "Okubaka D2" - stdl. 3-4 Globuli über 2-3 Tage lang, "SymbioPet" zur Darmsanierung übers Futter (Dosierung lt. Hersteller). Es kann auch Heilerde übers Futter gegeben werden - 1 Messerspitze tgl. Zur kompletten Darmsanierung ist jedoch SymbioPet (oder ähnliches) nötig.

... durch Parasitenmittel/Entwurmung: Marderchen unter 8 Wochen reagieren sehr schnell auf eine Entwurmung. Der Zustand verschlechtert sich innerhalb 48 Stunden rapide, Fressen/Trinken wird eingestellt, der Tod tritt oft innerhalb weniger Tage ein. Falls unwissenderweise eine Entwurmung stattgefunden hat, muß unverzüglich mit einer Akutkur - siehe oben begonnen werden, außerdem eine Unterspritzung mit Amynin und eingeben von "Okubaka D2" - stdl. 3 Globuli (in Wasser lösen und in Mäulchen tropfen). Alles weitere liegt nicht mehr in unserer Hand. Viel Glück !!!

.... durch Rattengift In diesem Fall muß unverzüglich eine Akutkur durchgeführt werden. Bitte den Plan genau befolgen: Akutkur . Am besten auch sofortige Infusion mit Amynin - die ist jedoch mit dem Tierarzt erst abzuklären. Die Überlebenschance nach Rattengift ist sehr gering. Außerdem sollten Vitamin K Spritzen verabreicht werden , da Rattengift die Blutgerinnung derart runtersetzt dass die Tiere über die Schleimhäute verbluten. Die Behandlung sollte unbedingt über den Tierarzt erfolgen.
Um ein Gift durch Erbrechen wieder herauszubefördern ist beim Marder "Xylacin" zu verabreichen - natürlich durch den Tierarzt. Dies muß innerhalb 2 Stunden nach Aufnahme des Giftes erfolgen. "Apomorphin" - wie bei Hunden anzuwenden, hilft beim Marder leider nicht. Es darf jedoch nicht bei jeder Giftart ein Erbrechen erzwungen werden.
Aber egal welches Gift aufgenommen wurde, es ist wichtig, dass sie den Wirkstoff und die Menge wissen. Um zu erfahren, was zu tun ist, sollte unbedingt erst die Gift-Notrufzentrale angerufen werden. Diese ist für Bayern zu erreichen über 089 /19240. Eine Übersicht gibt es unter: Giftnotrufzentren

Leberkur

Jede Form der Vergiftung führt unweigerlich zu Leberproblemen. Schnell eingesetzte Mariendistelpräparate können schlimmeres verhindern (fragen sie einen Tierheilpraktiker nach einem geeigneten Päparat und der Dosierung). Die Langzeitschäden kann man oft nicht gleich feststellen - aber sie sind da ! Deshalb sollte unverzüglich nach abklingen der Vergiftungssymptome eine Leberkur wie folgt durchgeführt werden: Schüsslersalze Nr. 6, 9, 10 - 3 mal. tgl. je 1/2 Tablette über 1-2 Monate. Wenn das Marderchen während dieser Kur sehr schlapp und müde ist, kann die 10 mehrmals tgl. gegeben werden (bitte wieder aufpassen wegen Durchfall - dann auf Globuli zurückgreifen bzw. mischen). Wenn alles gut vertragen wird ab der 2. Woche Schüsslersalz Nr. 12 dazugeben - ebenfalls 3 mal tgl. 1/2 Tablette.
Anzeichen für eine bereits länger andauernde Leberschädigung: blasse Schleimhäute, gelb-orange Färbung der Fells (vorallem am weißen Fellteil zu erkennen), Augen vertieft oder eitrig, Müdigkeit, Apathie (kein Appetit).

Augen

Blindheit

Blindheit bei MardernIn den letzten Jahren traten vermehrt Erblindungen auf. Manche davon nur vorübergehend und andere blieben dauerhaft Blind. Weitere Informationen zu "Blindheit bei Mardern"

Eine Trübung der Pupille kann ein Zeichen auf eine Mangelerscheinung sein - muß aber nicht gleich Blindheit bedeuten. Um eine bessere Diagnose zu stellen, könnten sie vorab bereits folgendes testen:

1. Zieht sich die Pupille normal zusammen wenn Licht darauf fällt (Taschenlampe) ?
2. Reflektieren die Augen wenn sie von ca. 3 Metern Entfernung mit der Taschenlampe drauf leuchten ?
3. Falls es hier Grund zur Sorge gibt, sollten sie die Diagnose vom Tierarzt überprüfen lassen.

 

Schlechtsichtigkeit

Bei Mardern dauert es etwas länger als z.B. bei Kätzchen um das räumliche Sehen perfekt auszubilden. Nicht jedes Marderkind, welches tolpatschig durch die Gegend stolpert ist gleich Schlechtsichtig. Von den bisher ca. 10 als Blind gemeldeten Mardern war nur einer tatsächlich blind.
Marderchen, die über längere Zeit einen Mangel hatten, können als Spätfolge einen teilweisen Verlust des Augenlichts bekommen. Vorallem Calciummangel führt zu diesem Umstand. Während der Wachstumsphase benötigt der gesamte Körper sehr viel hochwertiges Calcium. Neben den Knochen und den Zähnen ist Calcium auch für den Aufbau der Iris nötig. Schlechtsichtige Marder können erstmal nicht ausgewildert werden. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass über einen längeren Zeitraum mit den entsprechednen Schüsslersalzen und bestimmten Nahrungszusätzen eine Besserung möglich ist.
Behandlung:
- 3-5 mal tgl. Schüsslersalze Nr. 1, 2, 9
- 1 mal tgl. Schüssler Nr. 11 und Nr. 12 (immer zusammen mit Nr. 9 geben)
- 2 mal tgl. Schüssler Nr. 26 (Selenium) über 1-2 Wochen als Kur (nicht länger)
- Lebertran tgl. 2 Tropfen übers Futter als Kur max. 2-3 Wochen
- Bevitasel HK (beim Tierarzt erhältlich) nach Dosierungsangabe
- Bitte kein Vitamin A - Präperat zugeben (führt bei ungenauer Dosierung zu Vergiftungen)
- evtl. 1-2 mal pro Woche rohe Hühnchenleber füttern (max. 1 Stück Leber)

Schwellungen am Auge

Schwellung durch Verletzung

Unfälle bei den ersten Freigängen sind nicht zu vermeiden. Hier ist ein Holzstapel über dem Marder zusammengefallen. Das Auge stand mehrere Tage unter Eiter und die Schwellung ist nicht zu übersehen. Da wir unsere Marderchen schon von klein an, an die süßlichen Schüsslersalze gewöhnen, können wir hier schnell und ohne Streß helfen.

Falls Blut oder eine Verfärbung des Auges der Fall ist, kann mit Heparin-Augensalbe schlimmeres vermieden werden. Allerdings sollte das mit Ihrem Tierheilpraktiker oder Tierarzt abgeklärt werden.


Behandlung:
- Schüssler 3, 7, 8, 9, 10 als Akutkur (anwendung der Akutkur siehe unten auf der Seite),
- 3 mal tgl. je eine Traumeeltablette
- Wenn Eiter kommt sollte die 8 weggelassen werden und stattdessen die 5 dazu gepackt werden
- Wenn Verletzung bzw. Schwellung sehr nah am Knochen ist, Traumeel-Creme dünn auftragen (auf keinen Fall ins Auge bringen)
- falls Einblutungen im Auge vorhanden sind, ist ggfls. Heparin AS nötig

Zähne

Zahnungskrämpfe
Symptome: Angst, Krämpfe bis zu Lähmungen

Angstzustand ist ein alamierendes Signal. Tritt es bei Jungtieren während dem ersten Zahnwechsel (ab dem 2. Lebensmonat) auf kann das auf Calzium- und Magnesiummangel deuten. Während dieser Zeit benötigt der Körper sehr viel Calzium und Magnesium. Ist dies nicht ausreichend zur Verfügung, kann es zu sogenannten Zahnungskrämpfen kommen. Damit ist nicht zu spaßen - es kann sogar zum Tod führen. Die Krämpfe können in kurzer Zeit soweit fortschreiten, dass komplette Lähmungen der Gliedmaßen eintreten. Die ersten Anzeichen dafür können eben solche Angstzustände sein. In Welpenfutter und Fleisch ist nicht genügend von diesen beiden Mineralien vorhanden. Eintagsküken hätten genug davon, aber junge Marder fressen noch nicht genug davon um den Mineralhaushalt damit abzudecken.

Wenn es schon weit fortgeschritten ist, sollte dringend sofort "PlantaSil von Plantavet" gegeben werden (Dosierung nach Gewicht). Außerdem Adler Ortho Kapseln Nr. 2, Nr. 9 und Nr. 7 - täglich 1/2 Kapsel unters Futter - ist in den meisten Fällen hilfreich (wenn Durchfall eintritt mit kleinerer Dosis anfangen und dann steigern).

1. 5-6 mal täglich und im Notfall muss eine "Heiße 7" (1 Tabl. Nr. 7 in sehr warmen Wasser auflösen) und oral verabreicht werden. Der Wirkstoff wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Das heißt, die warme Flüssigkeit muss mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel) auf die Mundschleimhaut getröpfelt werden, da bei akuten Krämpfen das Schlucken ohnehin nicht möglich ist.

2. Nach der ersten Akutbehandlung sollte sofort eine Kur mit Schüsslersalzen (Magnesium und Calcium) folgen:

- Hundewelpenfutter (am besten Animonda)
- mind 2 Küken pro Tag.
- Am besten noch ergänzen mit PlantaSil.

Magnesium phosphoricum D6 (Schüssler Nr. 7), Calcium fluoratum D12 (Schüssler Nr. 1) und Calcium phosphoricum D6 (Schüssler Nr. 2) besorgen.

Und hier die Kur zu den Schüsslersalze:

1. Tag: Nr. 7 4 Stunden lang alle 15 min (2 Tabletten in eine 5 ml Spritze und immer 1/2 ml verabreichen), den restl. Tag stündlich 1/2 Tablette
Nr. 1 und Nr. 2 6 mal am Tag 1/2 Tablette beider Salze (möglichst nicht zusammen mit Nr. 7 sondern mind 30 Min auseinander).
2. Tag: Nr. 7 wenn möglich immer noch stündlich
Nr. 1 und Nr. 2 wie am ersten Tag.
ab 3. Tag: Nr. 7 6 mal täglich
Nr. 1 und Nr. 2 wie am ersten Tag.

Bitte auf keinen Fall Medikamente wie Buscopan oder Barbiturate spritzen lassen. Vorallem Cortison kann den Zustand noch verschlimmern, da es bei Marderartigen zu Krämpfen führen kann, welche wir ja eigentlich verhindern wollen.

Vorbeugen !
Egal welche Aufzuchtmilch - es ist nie der Calziumgehalt wie in der echten Mardermilch enthalten. Um einen solchen Mangel erst garnicht entstehen zu lassen, sollte bereits während der ersten Zahnungsphase (ab der 4. Woche) mit Globulis behandelt werden.
Mit dem Einsetzen der Zahnung wird dem Körper vermehrt Calzium entzogen. Das sollte ab jetzt mit den Schüsslersalzen "Calcium fluoratum D12"- (PZN 2812943) und "Calcium phosphoricum D10"- (PZN 2801365) ausgeglichen werden.
Anwendung: Je 10 Globuli (also zusammen 20 Stück) in einer 3 ml-Spritze mit Wasser auflösen. Von der Mischung 3 mal tgl. ca. 0,3 ml ins Mäulchen geben.
Achtung !! 1er und 2er Schüssler können bei Milchbabys zu erbrechen führen. Deshalb immer mit genügend zeitlichem Abstand zur Milch verabreichen. Bei erbrechen sofort absetzen ! Bitte nicht mit anderen Globulis kombinieren. Falls das kleine krankheitsbedingt bereits andere Globulis bekommt, ist diese Calcium-Vorbeugung zunächst zu verschieben bis das Kleine stabil ist.

Epoliden beim älteren Steinmarder

Epoliden (Epulis) - das sind Zahnfleischwucherungen. Tritt auch eher bei erwachsenen Mardern ein. Auch hier kann mit Homöophatie sehr schnell und streßfrei geholfen werden. Wenn man nichts dagegen macht, gehen Zähnchen verloren. Das Homöopathische Mittel "Acidum nitricum D10" hilft hier sehr gut und schnell. Es sollen 2 mal tgl. 3 Globuli (in Wasser aufgelöst - direkt ins Mäulchen) eingegeben werden. Die Dauer der Kur muß abgewägt werden. Oft reicht eine Woche aus.

 

Doppelzahnung als Folge von Calziummangel

 

Doppelzahnung: Die Milchzähne fallen nicht aus - die neuen Zähne wachsen dadurch schief. Das ist meistens ein Calziummangel. Deshalb sollte früh genug mit Calziumzugabe angefangen werden. Am besten bereits während der Milchzeit Schüssler 1 und 2 als Globuli geben - 2-3 mal tgl. je 5 Globuli (besser nicht in die Milch einrühren sondern seperat in Wasser auflösen).

Eine Doppelzahnung tritt erst ab der 10. Woche ein. Wenn das der Fall ist, sollte unverzüglich mit einer 2-4-wöchigen Kur begonnen werden.
Kur: 4 mal tgl. Schüsslersalz Nr. 2 (jeweils eine Tablette). Die Kur sollte 2-4 Wochen lang gemacht werden.

Weitere Zahnprobleme wie fehlende oder schiefe Zähne hängen meist mit Antibiotika zusammen. Das Antibiotika "Baytrill" ist deshalb unbedingt zu vermeiden.

Entzündung / Fieber

Schwellungen

Bei Schwellungen mit Eiteransammlung: Akutkur durchführen - siehe unten.
Bei Schwellungen an Gliedmaßen z.B nach Prellung, Verstauchung usw. Schüssler Nr. 2 /3/9 und Nr. 8 ca. 6 mal täglich je 1/2 Tabl. Zusätzlich 3 mal täglich eine Traumeel-Tablette. Bei Abklingen nur noch 3 mal täglich. Bei Schwellungen im Augenbereich - siehe "Augen"

Halsschmerzen

Symptome: will nicht fressen, evtl. erhöhte Temperatur.
Grund dafür: Halsschmerzen können diverse Ursachen haben, meist jedoch einfach durch Zugluft oder geschwächtem Immunsystem. Das führt zu Eisenmangel und kann versch. Infekte auslösen.
Behandlung: Eine Akutkur über 4 Std. mit Schüsslersalzen 3 und 5. Wie bei der normalen Akutkur (siehe oben) alle 10 Minuten je eine Gabe (1 Tablette oder 5 Globuli). Nach den 4 Stunden sollte noch stündlich weitergegeben werden. Meist fangen die Marder bereits nach 2-3 Stunden an zu fressen - aber die Kur bitte unbedingt weiterführen und langsam die Gaben verringern (mind. noch 2 Tage lang 5 mal tgl.).

Schnupfen / Niesen

Die Nase läuft, das Marderchen niest ! Wenn der Nasenausfluß eitrig ist, bitte unter "Entzündung allgemein" weiterlesen. Falls es einfach nur eine laufende Nase ist, kann folgende Behandlung durchgeführt werden: Schüsslersalz Nr. 8 - alle 10 Minuten eine Gabe (1 Tablette oder 5 Globuli). Das muß 2 Stunden gegeben werden - danach ein paar Stunden stündlich und dann noch 4 mal tgl. (min. noch 1-2 Tage weitergeben). Außerdem ist die normale Akutkur - siehe oben - immer angesagt, um das Immunsystem zu stärken und vor weiteren Infekten zu schützen. Bitte beachten: Die Schüssler Nr. 8 nie zusammen mit der Milch (bei Babys) geben - kann bei falscher Anwendung oder öfteren Gaben zu erbrechen führen.

Entzündung allgemein

Bei hartnäckigen Entzündungen wie z.B Lungenentzündung und Darmentzündung hilft "Cotrim Suspension für Kinder". Cotrim ist verschreibungspflichtig - ein Rezept erhalten sie bei ihrem Tierarzt. In Österreich unter "Eusaprim K Suspension für Kinder" zu bekommen.

Dosierung und Anwendung:
0,5 ml / kg - 2 mal tgl.

Beispiel: Ein Marderchen mit 500 Gramm bekommt 0,25 ml jeweils morgens und abends ins Mauli eingegeben.
Dauer der Anwendung: Magen / Darmentzündungen 3-5 Tage, Lungenentzündung/schwere Erkältung mit Fieber 7 -10 Tage, Kokzidien 14 Tage / Bei Blasenentzündung (trüber oder blutiger Urin) reichen 3 Tage. Wichtig ist dass sofort begonnen wird. Falls gerade Wochenende ist bitte eine Notfallapotheke aufsuchen (wenn man erklärt, dass es um ein Tier geht, geben die Apotherer es oft raus und verlangen dann eine Nachbringung des Rezeptes). Warten auf Montag kann bereits zu spät sein.

Achtung Nebenwirkungen: grüner Kot durch Calciummangel, Hautknoten (verschiebbar), trockene Augen - mit Kochsalz-Augentropfen (oder Euphrasia-AT) lindern.
Generell sollte zu jeder Antibiotika-Therapie mit den Schüssler-Salzen 9 und 10 gepuffert werden (mind 3-5 mal tgl je eine 5 Globuli bzw. eine Tablette).
Wie immer - bei Marderchen unter 8 Wochen nur Globuli verwenden.

Psyche / Stereotypien

Hysterie, Apathie, Schwanzfangen, Schwanzbeißen, Haare ausreißen, Streß, Hektisches Hin- und Herlaufen, Wundlaufen usw. sind bereits die Vorstufe von massiven Stereotypien.
Stereotypien entwickeln nur Tiere, die nicht Artgerecht gehalten werden. Beim Steinmarder entspricht eine Artgerechte Haltung ausschließlich dem Leben in freier Natur. Diese Verhaltensstörung entsteht durch Langeweile, zu kleines Gehege falsche Ernährung, falsche Haltung - kurz und gut durch Menschenfehler !
Bei Steinmardern, die durch Menschen aufgezogen werden, muss von Anfang an großer Wert darauf gelegt werden, dass das Tier ausgewildert werden kann - mehr dazu im Kapitel "Auswilderung".
In Ausnahmefällen ist eine Auswilderung jedoch nicht möglich: Behinderung, Unfall, fehlerhafte Aufzucht, uvm.
Wenn dies der Fall sein sollte, muss alles sehr gut durchdacht werden. Einen Steinmarder im Gehege zu halten bedarf viel Erfahrung und Know How. Gehegegröße von mind. 100 qm ist dringend nötig. Spielmöglichkeiten und die richtige Ernährung sind nicht zu unterschätzen. Mehr dazu unter "Gehegehaltung".

Stereotypie ist eine dauerhafte psychische Krankheit und in 99 % der Fälle unheilbar. Falls das Tier sich bereits selbst verstümmelt und dadurch massive, blutige, eitrige und schmerzhafte Wunden vorhanden sind, bleibt nur noch eine Euthanasie durch den Tierarzt.

Schwänzchen nuckeln

Die generelle Bedeutung ist hier: Flucht in eine andere Welt / Streßabbau. Da die Marderkinder, die wir Menschen finden, ob sehr viel schlimmes erlebt haben, ist es gut nachvollziehbar, dass die kleinen sich in eine Scheinwelt zurückziehen möchten. Gelegentliches nuckeln ist nicht sehr bedenklich. Falls es jedoch ständig stattfindet, sollten mit Schüssler Nr. 7 und 9 die Nerven gestärkt werden. Mehrere Gaben tgl.

Übersäuerung allgemein

"Übersäuerung" ist häufige Ursache für viele Probleme - nicht nur bei Mardern. Deshalb werden sie auf dieser Seite öfter dieses Wort lesen. Deutlichstes Symptom dafür ist "Ich bin Sauer". Das kann als fiepen, schreien, quängeln, beißen usw. zum Ausdruck gebracht werden. Auf gut Deutsch: "er ist sauer". Eine Übersäuerungskur führt in den meisten Fällen zu einen Erfolg.
Die Kur: 3 mal tgl. je 2 Tabletten bzw. 10 Globuli von den Schüsslersalzen 9 und 10

Mangelerscheinungen

Unterernährtes MardermädchenDas beste Rezept um Mangelerscheinungen zu verhindern ist die Natur selbst. Hier kann ich nur wieder auf die Eintagsküken verweisen. Calzium, Magnesium und weitere Mineralstoffe sind darin enthalten. Auch Eiweiß und Fett. Eine ausgewogene Ernährung ist nun mal das Wichtigste überhaupt. Jeder Mangel im Körper führt zu bestimmten Symptomen. Hierzu ist es wichtig das Tier genau zu beobachten.
Augen, Zustand des Fells, Stuhlgang, Freßvorlieben, Menge der Flüssigkeitsaufnahme uvm. Aber auch das Verhalten ist sehr wichtig. Wie oben bereits beschrieben ist Angst ein Anzeichen für Calziummangel im fortgeschrittenem Stadium einer Stoffwechselstörung. Beißwut oder Übereifer können Anzeichen für Übersäuerung sein - davon kommt auch "ich bin sauer". Da bei Mangelerscheinungen zuviele Faktoren eine Rolle spielen, kann ich hier keine pauschalen Tipps geben. Es kommt eben auf den einzelnen Fall an.

Bei Marderbaby's ist der häufigste Grund für einen Mangel die Aufzuchtmilch. Zu dünne Milch führt zu Abmagerung und somit auch zu Mangel an vielen Stellen. Das Marderkind auf dem Foto ist unterernährt und weißt einen deutlichen Calziummangel auf. Die Haare sind fast vollständig ausgefallen und sehr hell. Hier finden sie weitere Infos über Milch

Hyperaktivität oder sogar Hysterie - das deutet meist auf Übersäuerung.

Parasiten

Darmparasiten - Würmer, Kokzidien, Giardien

Äußere Parasiten - Flöhe, Zecken, Milben usw.

Alle Marderspezifischen Parasiten und deren Behandlung haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst: siehe Parasiten-Seite

 

Viruskrankheiten

Staupe, Tollwut usw.

Mit diesen Krankheiten habe ich selbst in all den Jahren noch keine Erfahrungen machen müssen.
Eine Beschreibung der Krankheitsbilder gibt es hier: Tierkrankheiten oder bei Wikipedia

Impfungen

Generell sind Impfungen nicht nötig. Wenn das Immunsystem in Ordnung ist, kann der Marder in die Freiheit entlassen werden. Da Tollwut in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr aufgetaucht ist, ist es nicht nötig zu impfen. Auch sonst ist der Steinmarder ziemlich resistent gegen Krankheiten.
Staupe tritt da wesentlich häufiger auf. Da es vor allem Jungtiere betrifft, wäre eine Impfung sinnvoll. Staupe verläuft in den meisten Fällen tödlich. Da hier die Symptome zunächst ähnlich wie bei den Zahnungskrämpfen sind, kann dies leicht verwechselt werden. Eine zu voreilige Impfung könnte das schon geschwächte Jungtier deshalb erst recht noch kränker machen. Frei aufwachsende Marder werden von den Mami's auch nicht zum impfen geschickt. Wir sind aus vielen Gründen absolut gegen das Impfen von Marderartigen.

Genetische Defekte Genetischer Defekt - Zwergenwuchs

Kleinwuchs

Ein meist angeborener Defekt. In diesem Fall haben sich die Hinterbeinchen nicht entwickelt. Der Kleine hat auch kurz danach von selbst aufgegeben. Ein artgerechtes Leben wäre weder in der Natur noch im Gehege möglich gewesen.

Kleinwuchs ist sehr selten - hat aber schlimme Folgen.
Mögliche Symptome: zittern, wackelige Beinchen, Untergewicht, schreit viel, Pfoten kühl, empfindlich am Po, verklebte Augen, liebt Wärme und wie auf dem Foto zu sehen: die Relation des Wachstums stimmt einfach nicht.

Behandlung: Da es hier auf den einzelnen Fall ankommt, kann ich keine pauschale Behandlungsmethode angeben. Leider bemerkt man den Defekt auch erst zu spät. Eine Behandlung hat selten einen Erfolg. Ich tendiere allerdings immer dazu einen Versuch zu starten.

Es muß sich auch nicht immer gleich um Kleinwuchs handeln. Die ersten Symptome können auch auf einen massiven Calciummangel deuten. In den ersten Wachstumsphasen der Marderbabys benötigt der Körper extrem viel Calcium in organischer/mineralischer Form. Eine Calcium-Kur ist in beiden Fällen zu raten. Eine solche Kur kann wie folgt durchgeführt werden: Schüssler 1, 2 und 12 (D12)- 3 mal tgl. je eine Gabe sowie die Nr. 11 jedoch nur 2 mal tgl. eine Gabe (Babys unter 8 Wochen natürlich als Globuli)

Deformierung der GliedmaßenDeformierte Gliedmaßen

Solche Fälle bleiben sicher eine seltene Ausnahme. Der Vollständigkeit halber möchte diesen Defekt jedoch trotzdem hier erwähnen. Je nach Stärke der Mißbildung kann ein Marder mit solch einer Behinderung gut in der Natur überleben. Im Fall von "Mambo" wäre es jedoch schwierig geworden, da die Krallen sich regelmäßig in den Fußballen bohrten. Wir konnten es mit einer Operation so hinbringen, dass er jetzt gut laufen und klettern kann.

Wundlauf entsteht ebenfalls durch eine stereotypes Hin- und Heraufen am Gehege entlang. Es können sich Blasen bilden oder auch einfach blutende Wunden an den Fußsohlen. Bei genetisch bedingten Deformierungen ist das sicher vorprogrammiert.
Folgende Mittel in Wasser (5 ml) auflösen und auf 5 mal tgl. verteilt geben:
3 Tabletten Schüssler Nr. 12
2 Tabletten Schüssler Nr. 8 - nur wenn die Wunden nässen
2 Tabletten Schüssler Nr. 9
1 Tablette Traumeel
Je eine Gabe Schüssler 7 und 9 - am besten als Globuli (jweils 5 Stück) da es sonst schnell zu Durchfall kommen kann
Außerdem sollten die Fußssohlen mit einem selbstgemachten Pulver betupft werden. Dazu hat sich bewährt, Traumeel-Tabletten + Schüssler Nr. 8 Tabletten + Chlorhexidinpuder zu zerpulvern. Pfoten einfach kurz in das Pulvergemisch stellen.
Gutes Futter und passende Nahrungsergänzung hilft auch eine schnellere Wundheilung zu erreichen. "UrtikaSil von PlantaVet" ist hier vorrangig zu nennen.

Wundlauf

 

 

 

Notfall-Therapie/ Akut-Kur

Bei den meisten Problemen (sehr schwach, Inappetenz, Durchfall uvm.) hilft erst mal die folgende Kur:
Schüssler Salze Globuli Nr. 3 / 5 / 7 / 9 / 10

Von jeder Sorte 10 Stück Globuli (also gesamt 50 Globuli), diese zusammen in ca. 5 ml warmen Wasser ausflösen und mit der Spritze (bitte ohne Nadel) tropfenweise ins Schnauzi geben.
Dosierung: 4 Stunden lang alle 10 Minuten ein paar Tropfen ins Mäulchen geben. Danach noch mind. 2-3 Stunden alle 30 Minuten und danach noch Stündlich. Am Folgetag weiter stündlich. Ab dem dritten Tag auf 6 mal tgl. reduzieren. Bei dehydrierten (ausgetrockneten) Mardern kann mit etwas mehr Flüssigkleit gemischt werden - so läßt sich auch gleich der Flüssigkeitshaushalt etwas verbessert werden.
Es sollten nur Globuli verwendet werden, da es sonst zu akutem Durchfall kommen kann. Nur wenn keine Globuli greifbar sind, kann auf Tabletten zurückgegriffen werden. In dem Fall dann nur max. je 1/2 Tablette nehmen und so schnell wie möglich Globuli besorgen z.B. bei
www.omp-apotheke.de
Bei Marderbaby's sind Tabletten absolut tabu.

Eine detaillierte Beschreibung mit den passenden Schüsslersalzen (inkl. PZN) finden sie hier:
Schüssler - Akutkur Plan zum ausdrucken
und hier die dazugehörige Video-Anleitung

"Heiße 7"

1 ml warmes Wasser (sollte sehr warm sein aber nicht heiß) + 10 Globuli Schüssler Nr. 7 (alternartiv zu den Globuli 2 Tabletten). Innerhalb 2 Minuten tropfenweise verabreichen.

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