Rechtliches

Schonzeiten und Jagdrecht

Unsere einheimischen Marderarten gehören zum Haarwild und unterliegen dem Jagdrecht.

Die Schonzeiten sind in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich.
Hier zur Übersicht für Deutschland Schonzeiten in Deutschland.
Und hier die Schonzeiten für Österreich Jagd Österreich

Pflege eines Wildtieres

Hier ein Auszug aus dem

Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG)

Abschnitt 3 Besonderer Artenschutz
§ 45 Ausnahmen;
Ermächtigung zum Erlass von Rechtsverordnungen
Kapitel 5
Schutz der wild lebenden
Tier- und Pflanzenarten, ihrer Lebensstätten und Biotope

(5) Abweichend von den Verboten des § 44 Absatz 1 Nummer 1 sowie den Besitzverboten ist es vorbehaltlich jagdrechtlicher Vorschriften ferner zulässig, verletzte, hilflose oder kranke Tiere aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen. Die Tiere sind unverzüglich freizulassen, sobald sie sich selbständig erhalten können.

Der gesamte Gesetzestext ist unter Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG zu finden.

Danach ist es erlaubt, solche Wildtiere zur Pflege aufzunehmen, wenn sie tatsächlich hilfsbedürftig sind und danach wieder umgehend in die Natur entlassen werden. Aber das soll an dieser Stelle bereits ausdrücklich betont werden: Die Pflege eines Wildtieres gehört in erfahrene Hände !

Somit ist klar: Ein mutterloses Marderbaby ist definitiv "Hilflos" und könnte alleine nicht überleben. Unter anderem ist es aber auch gesetzlich geregelt, dass diese Wildtiere nicht privat gehalten werden dürfen und auch nicht Eigentum sind.

Im Zweifelsfall sollten sie die Aufzucht eines Wildtieres bei ihrem zuständigen Landratsamt melden.

Auswilderung

Als Auswilderung bezeichnet man das wiedereingliedern eines vorübergehend hilfebedürftigen Wildtieres in seinen natürlichen Lebensraum.

Nachbarn und weitere Gefahren

Gegen die Aufzucht und Pflege von Igel, Eichhörnchen und Jungvögel wird in ihrer Nachbarschaft kaum jemand Einwände haben. Anders ist das meist beim Marder. Von üblen Beschimpfungen bis zur Androhung das Tier zu töten haben wir bereits alles erlebt. Rechtlich hat der Nachbar keine Handhabe. Zum einen handelt es sich meist um ein Jungtier, welches sich in der Schonzeit befindet und zum anderen wäre eine Genehmigung des Landratsamtes nötig, um eine Falle in einer Ortschaft aufzustellen. Tötungsfallen sind in Wohnorten generell verboten, was nicht zuletzt auch den Hauskatzen der Bürger zugute kommt.

So gesehen kann der Nachbar ihrem Schützling (zumindest rechtlich) nichts anhaben. Das oben genannte Gesetz verlangt sogar, das Wildtier wieder in die Natur zu entlassen, sobald es dort wieder selbständig leben kann. Aber rechnen sie schon mal mit "Unverständnis" und den damit verbundenen Rechtsbrechungen.

Ein Grund mehr, ihr Marderkind so zu erziehen, dass es Menschenkontakt meidet.

Auto's: Eine zuverlässige Zahl der Marder, die durch den Verkehr getötet werden gibt es nicht. Aber es geht sehr weit in den sechsstelligen Bereich.

Trapper

Ein Trapper (von engl. trap: Falle) ist ein Fallensteller und Pelztier-Jäger. Leider immer noch sehr verbreitet und als "Sport" betitelt. Nach meinen Recherchen gibt es keine Begrenzung der Anzahl wieviele Tiere pro Saison getötet werden dürfen. Offiziell müssen Jäger und Trapper beim zuständigen Jagdamt die Zahl angeben. Es ist jedoch nicht sicher ob hier die Dunkelziffer abzuschätzen ist.

Rechtlich gibt es dagegen keine Einwände. Der Trapper muss einen Fallenschein haben und sich an die Schonzeiten halten. Das war's.
Im Internet gibt es hierzu regelrechte Horrorseiten, auf denen diverse Trapper ihre Jagdtrophäen mit Foto zur Schau stellen und damit protzen, wie wunderschön der Kopf oder der Körper von der Falle gespalten wurde. Dies erfolgt großteils mit antiken Todesfallen, die keinen Tüv oder ähnliches benötigen. Es gibt auch keine Richtlinien wie lange das Tier in der Falle leiden darf, wenn es nicht richtig von den spitzen Zacken des Fangeisens erwischt wurde.

Hierzu zwei Artikel von Peta:
Fallenjagd -Auch ihr Tier ist gefährdet !
Fallenstellen - Qualen für Profit !

Pro Jahr werden allein in Deutschland ca. 45.000 Steinmarder mit Schusswaffen und Fallen getötet. Das ist die offizielle Zahl !!!

Marder vertreiben oder töten

Marderartige gehören zum Haarwild und unterliegen dem Jagdrecht. Generell ist es verboten einen Marder während der Schonzeit zu fangen, zu töten oder zu vertreiben. Aber auch wenn keine Schonzeit ist, darf nur der zuständige Jäger eine solche Aktion vornehmen.

In Befriedeten Bezirken ist jedoch eine Sondergenehmigung nötig. Als Befriedeter Bezirk werden nach dem Bundesjagdgesetz Grundflächen bezeichnet, auf denen die Jagd ruht, das heißt Jagdhandlungen nicht ohne weitere Erlaubnis vorgenommen werden dürfen. Beispiele für befriedete Bezirke sind Ortschaften, sonstige Gebäude, die vorwiegend dem Aufenthalt von Menschen dienen und Friedhöfe.

Hier gibt es Infos zum vernünftigen Loswerden von Mardern

 

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