Erste Hilfe / Notfall
Gilt erstmal für alle Marderartigen !

Baby gefunden

Der Versuch einer Rückführung zur Mutter sollte bedacht werden: Rückführung zur Mutter

Bedenken Sie bitte, daß das Jungtier, das Sie gerade aufgenommen haben unter Streß steht. Es herrscht eine andere Gräuschkulisse, es nimmt andere Gerüche wahr, es wird angefaßt. Dieser Streß ist nicht zu unterschätzen - deshalb bitte ganz ruhig und behutsam mit dem Baby umgehen.
Ein Wildtierfindling gehört auch nicht in Kinderhände !!

1. Wärmen Wärmflasche handwarm, nicht direkt auf die Wärmflasche legen - immer Tuch dazwischen, vor Zugluft schützen. Achtung ! Unterkühlte Babys niemals zu schnell hochwärmen (Kreislauf) - besser ohne Wärmequelle in warmen Raum unterbringen. Menschliche Körperwärme ist pefekt !
2. Flüssigkeit

Kein Jungtier fängt sofort an zu nuckeln. Gummi oder Plastik ist ihm schlichtweg fremd. Nehmen Sie sich bitte Zeit bei der Fütterung und bieten Sie die Flüssigkeit tröpfchenweise an. Versuchen sie niemals etwas in das Mäulchen hineinzuzwängen. Auch unterversorgte Tiere müssen mit absoluter Vorsicht an das Trinken gewöhnt werden, da sie natürlich äußerst hastig reagieren was oftmals zu einem Verschlucken führt, so daß die Flüssigkeit über die Luftröhre in die Lunge gelangt.
Vor Austrocknung schützen ist enorm wichtig. Die ersten 2-3 Mahlzeiten sollten ausschließlich aus verdünnten Fenchel- oder Kamillentee bestehen.
Notfall-Rezept:
1 Teebeutel Kamillentee
1 Teebeutel Fencheltee
Tee ansetzen, nach ca. 1/2 Minute wegschütten und erneut drei Minuten ziehen lassen
auf 100 ml Tee einen halben Teelöffel Honig (am besten echten Imkerhonig)

Die körperwarme Teemischung kann pur zur Erstversorgung/Stabilisierung
gegeben werden. Es muss jedoch nach 2-3 Teegaben Aufzuchtmilch gefüttert werden. Dafür dann einfach nach und nach das Aufzuchtmilch-Pulver in den Tee rühren. Nach spätestens 24 Stunden sollte die Aufzucht-Milch unverdünnt (nach Angabe des Herstellers) gefüttert werden um keine weitere Gewichtsabnahme zu riskieren..
 

Bei sehr schwachen, ausgetrockneten Baby's hilft eine Elektrolyte-Lösung (max. 6 Stunden)
Rezept:
1 gestrichenen Teelöffel Traubenzucker ( od. 1/4 zerkleinerte
Dextroenergen- Platte)
1 Messerspitze Salz
100 ml lauwarmes Wasser
3. Milch So schnell wie möglich Aufzuchtmilch besorgen. Am geeignetsten sind "Royal Canin" Kitten oder Welpen - Aufzuchtmilch und "Gimpet-Aufzuchtmilch für Kätzchen" (gibt’s bei Fressnapf). Bei vielen anderen Sorten kann es zu Mangelernährung kommen - deshalb nehmen sie davon bitte Abstand. Bei den ersten Fütterungen die Milch etwas schwächer mischen. Besser öfter aber dafür weniger. Auf keinen Fall zu viel oder zu schnell füttern - dies kann zu einer tödlichen Aspirationspneumonie führen (Milch in der Lunge durch verschlucken). Eine Überfütterung kann Verstopfung verursachen. Einen Anhaltspunkt für die Fütterungsmenge finden sie in der Tabelle unter Aufzuchtmilch
4. Kot / Urin Nach jeder Mahlzeit (auch nach Tee) mit einem weichen Tuch (WC-Papier oder Kosmetiktuch) Bauch und Afterbereich leicht massieren.
5. Schutz Haustiere unbedingt fernhalten. Marderbaby am besten in eine Transportbox legen.
6. Verletzungen Stellen sie fest, ob das Kleine verwundet ist, keine üblichen Medikamente eingeben, keine Entwurmung und keine Flohmittel, Blutungen mit Kompressen stillen, ggfls. Tierarzt aufsuchen, Wunden nicht mit Alkohol (auch keine Arnikatinktur, Jod o.Ä.) behandeln. Falls vorhanden - Zecken absammeln !

Wie geht es nun weiter mit dem kleinen Wildtier ? Dazu informieren wir sie auf der Seite: Baby gefunden

Detailiertere Beschreibungen zur Aufzucht bis zur 8. Woche auf der Seite "Aufzucht". Lösungen für Gesundheitliche Probleme bei Babys finden sie unter "Baby-Krankheiten"

Erwachsene Marder sollten sie ohne Fachwissen nicht aufnehmen oder behandeln. In diesem Fall nehmen Sie bitte Kontakt mit einer Wildtierstation auf.

Die häufigsten Fehler und die Folgen bei Marderchen unter 8 Wochen:

Antibiotika

Niemals ohne dringenden Grund geben ! Kann bei sehr kleinen Babys zu Krämpfen führen ! Infos für ihren Tierarzt finden sie hier: TA-Infos
Spätfolgen: Darmprobleme, schlechtes Immunsystem; das selbe gilt für Durchfallmittel und sonstige Chemie

Wurmkur verursacht Magenprobleme, bitte nie ohne ersichtlichen Grund entwurmen - führt zu Vergiftungen und kann das Leben kosten. Appetitlosigkeit und Durchfall. Nur ein massiver, lebensbedrohlicher Wurmbefall sollte behandelt werden.
Flöhe, Zecken Bitte immer absammeln ! Auf keinen Fall ein Spot-On -Mittel auftragen. Führt bei kleinen Marderchen zum Tod !
Kuhmilch zu hoher Milchzuckergehalt; kann zu Milchschorf und Calziummangel führen; über längere Zeit gegeben gibt es schwere Folgeschäden
Joghurt führt zu Übersäuerung im Harn. Dadurch kann es beim Urin absetzen zu Brennen führen. Marderchen schreit viel und Rüden nuckeln am Penis.
Sahne Verklebt den Verdauungstrakt bis zur Verstopfung (was meist zum Tod führt). Bringt Folgeschäden mit sich - Leberschäden.
Milch aufwärmen übriggebliebene Milch immer wegschütten; die Vitamine und Mineralien gehen verloren; angerührte Milch nie in der Mikrowelle erhitzen; die Vitamine und Mineralien gehen verloren;
Überfütterung

Ausgehungerte Babys können sehr viel Milch aufnehmen. Bitte Vorsicht ! Die ersten Mahlzeiten etwas dünner anmischen - lieber öfter aber weniger.

Zu hastiges Trinken oder der Versuch die Milchration mit Nachdruck in das Baby zu pumpen kann zu einer tödlichen Aspirationspneumonie (Milch in der Lunge durch verschlucken) führen.

Obst zu hoher Säuregehalt; erst bei größeren Marderkindern
Feste Nahrung Marder sind Säugetiere und somit bis zur 6. Woche Milchtrinker (oft bis zur 8. Woche); der Magen und der Darm sind noch nicht auf feste Nahrung eingestellt und können diese nicht verdauen.
Alkohol Wirkstoffe, die in Alkohol gelöst sind, führen unverzüglich zu Schwäche, Apathie und schließlich zum Tod. Bitte Inhaltsstoffe genau beachten.
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