Spezifisches zum Steinmarder

Steckbrief Steinmarder (Martes foina), syn. Hausmarder, Dachmarder:

Klasse Säugetiere (Mammalia), Ordnung Raubtiere (Carnivora), Familie Marder (Mustelidae), Gattung Echtmarder (Martes)

Länge: Männchen: 70 - 90 cm (incl. Schwanz: 30 cm), Weibchen: 60 - 75 cm (incl. Schwanz: 25 cm)
Gewicht: Männchen: 1700 - 2400 g, Weibchen: 1000 - 1500 g
Lebensalter: vermutlich 8 bis 15 Jahre, in freier Wildbahn oft nur bis 5 Jahre
Nahrung: Obst, Beeren, Nüsse, Kleinsäuger, Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten, Hausabfall

Paarung: findet meist im Juli/August statt
Tragzeit: 9 Monate (ca. 7 Monate Keimruhe)
Geburt: 2 - 5 Welpen von 20 g in März/April sind blind, leicht behaart
Geschlechtsreife: meist erst mit 28, selten mit 16 Monaten
Schonzeiten: in Deutschland vom 28. Februar bis 16. Oktober

Sprünge bis zu 2 Meter sind für ihn kein Problem. Sein weißer Kehlfleck ist ein typisches Merkmal zu seiner Identifikation. Die Rute ist relativ lang und grober behaart als das übrige Haarkleid. Das Fell des Steinmarders ist bräunlich gefärbt. Die Fußsohlen sind nicht behaart.

Steinmarder haben immer eine weiße Brust. Allerdings sieht die bei jedem Tier anders aus. Das reicht von ganz weiß bis gefleckt, gepunktet oder die bekannte Gabel. Der übrige Körper ist immer grau-braun.

An dieser Stelle würde ich gerne ein wunderbares Buch empfehlen:

Info zum Buch: Marder, Iltis, Nerz und Wiesel sind flinke Tiere und wendige Jäger. Sie sind - vielleicht mit Ausnahme des Steinmarders, der sich häufig auch in Siedlungsräumen aufhält und da ab und zu gar für Ärger sorgt - schwierig zu beobachten. Dies mag mit ein Grund dafür sein, dass vielerorts wenig Wissen über Bestände der verschiedenen Arten vorliegt. Außer bei Steinmarder und Mink gibt es für alle andern Arten nach wie vor viele Hinweise auf einen Rückgang. Sie wurden deshalb auf europäischer Ebene in verschiedene Listen für beschränkte Nutzung oder absoluten Schutz aufgenommen. Dieses Buch will Wissenslücken schließen und die kaum sichtbaren Mitbewohner unserer Kulturlandschaft vorstellen. Informationen über ihre Lebensweise und Lebensräume, die Fortpflanzung, Ernährung und Jagdstrategien werden ergänzt mit Geschichten rund um das Zusammenleben mit dem Menschen: über die Jagd auf die Tiere um ihrer Pelze willen, Forschungserlebnisse, Partnerschaften und Konflikte im Siedlungsraum und die Gefährdung und Schutzbemühungen in neuster Zeit.

Aufzucht:

Der Steinmarder ist mit unter der am schwierigsten aufzuziehende Marder. Im Vergleich zu Wieseln und Iltissen hängt er relativ lange an der Mutter (oder eben der Ersatzmutter). Dieses Nesthocken führt jedoch nicht selten zu einer Fehlprägung. Steinmarder mit Vorliebe für Menschen haben es später nicht sonderlich leicht. Hier ist also Fingerspitzengefühl angesagt - so viel Kontakt wie nötig (vorallem bis zur 10. Lebenswoche) und danach sowenig wie möglich. Für eine ideale Aufzucht ist ein zweites Marderkind deshalb dringend empfohlen.

Ein Wurf Steinmarder

 

Die Bande von 2008 im Alter von ca. 4-5 Wochen - die Augen sind noch zu und es wird noch ins Bettchen gekotet. Aber ab der ca. 6. Woche krabbeln sie schon raus zum Erledigen der Sache.

Schlafen und Fressen

 

3 Wochen später - die erste feste Mahlzeit besteht aus Kittenfutter. Milch im Fläschchen gibt es jetzt nur noch ab und zu. Sie verweigern die Milch dann ohnehin von selbst.

ein gesundes Marderkind

 

So sollte ein gesundes Marderkind aussehen....

glänzendes Fell und klare Augen

... glänzendes dunkles Fell und klare Augen.

 

Weitere Infos zur Aufzucht finden sie unter dem Menüpunkt "Aufzucht".

Auswilderung:

Steinmarder sind Kulturfolger - das heißt, dass sie die Vorteile von bewohnten Gegenden durchaus für sich nutzen. Von abgelegenen Scheunen bis zu Speichern und Giebelnischen in bewohnten Häusern werden vorallem im Winter gerne als Wohnung benutzt.

Generell kann immer dort ausgewildert werden, wo das Marderbaby gefunden wurde. Dies ist aber nicht immer der perfekte Ort - Nachbarn, vielbefahrene Straßen und die etwas kleineren Reviergrößen stellen oft viele Gefahren und Risiken dar.

Außerdem werden oft einzelen Marderkinder gefunden, die dann besser mit einem zweiten an einem anderen Ort ausgewildert werden sollten.

auf Tour in den Bäumen

Erkundungsgang im Wald. Da gibt es viel zu schauen.

Marder am Baumstamm

Baum rauf ist noch lustig - aber runter ist schon eine Herausforderung.

Den idealen Auswilderungsplatz gibt es selten. Was nutzt der schönste Wald, wenn der Jäger bereits mit der Flinte auf dem Hochstand sitzt ? Die Einstellungen der Jäger und Förster ist jedoch in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich. Fragen sie uns einfach - wir sagen ihnen gerne unsere Erfahrungswerte.

Die beste Methode ist, wenn sie den ansässigen Förster oder Jagdpächter einfach mal fragen, ob es möglich ist die Marder in seinem Wald auszuwildern - vorausgesetzt, sie werden dort nicht bejagd.

Alles weitere zur Auswilderung finden sie unter dem Menüpunkt "Auswilderung".

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