Marder loswerden

Marder vertreiben oder töten

Marderartige gehören zum Haarwild und unterliegen dem Jagdrecht. Generell ist es verboten einen Marder während der Schonzeit zu fangen, zu töten oder zu vertreiben. Aber auch wenn keine Schonzeit ist, darf nur der zuständige Jäger eine solche Aktion vornehmen.

In Befriedeten Bezirken ist jedoch eine Sondergenehmigung nötig. Als Befriedeter Bezirk werden nach dem Bundesjagdgesetz Grundflächen bezeichnet, auf denen die Jagd ruht, das heißt Jagdhandlungen nicht ohne weitere Erlaubnis vorgenommen werden dürfen. Beispiele für befriedete Bezirke sind Ortschaften, sonstige Gebäude, die vorwiegend dem Aufenthalt von Menschen dienen und Friedhöfe.

Marder auf dem Dachboden

Hier ein paar Punkte, die sie bedenken sollten:

1. Den Marder einfach nur zu vertreiben bringt nicht viel, da der nächste sicher bald kommt. In Deutschland sind kaum freie Reviere vorhanden.
Zudem muß ein neuer Reviermarder die Spuren des Vorgängers beseitigen - dies tut er indem er noch deutlichere Spuren hinterläßt. Da sich sein Vorgänger ihm nicht für einen Kampf stellt, zerbeißt er eben die Spuren - somit auch Autokabel.
2. Marderdamen sind im Juli/August bereits tragend bzw. noch in Keimruhe. Ab März bekommen sie ihre Babys, welche sie bis Juli aufziehen. In der Zeit sollten sie keine Aktivitäten starten. Die Mutter würde z.B bei Renovierungsarbeiten fliehen und die Babys zurücklassen. In dem Fall hätte sie ca. 2-5 schreiende Marderkinder auf dem Dachboden.
3. Beste Zeit einen Marder mit entsprechenden Maßnahmen zu vertreiben wäre August bis Oktober. Da sind die Kinder soweit selbständig und können allein ein neues Revier suchen. In der Zeit könnten sie z.B. den Dachboden vollständig reparieren und abdichten ohne einem Marder zu schaden.
4. Eine Zufriedenstellende Symbiose mit dem Marder wird nicht möglich sein. Da er ihren Dachboden als Wohnung nutzt, wird er immer dort seinen Kot absetzen. Die Zerstörung des Dämmmaterials könnte sie nur vermeiden, wenn sie zusätzliche Verschläge anbringen, die die Dämmwolle schützt.
5. Falls sie zur gleichen Zeit mehrere Marder gehört oder gesehen haben, kann dies nur während der Aufzucht der Jungen gewesen sein. Marder haben sehr große Reviere, die sie auf keinen Fall teilen. Grade mal während der Paarung im Juli/August duldet die Marderdame gelegentlich einen männlichen Eindringling.

Resume:
Da sie ja sicher nicht jetzt während der kalten Jahreszeit das Dach renovieren möchten, würde ich empfehlen die Aktion auf Juli/August zu verschieben. So können sie sicher sein dass der Marder einen neuen Unterschlupf findet und keine Babys in Gefahr sind.
Um den Marder kurz vor der Dachsanierung loszuwerden gibt es mehrere Möglichkeiten.

1. Marder mögen kein direktes Licht und keinen Lärm. Einen Bewegungsmelder mit Licht und ein Radio helfen hier schon viel weiter.

2. Bitte sehen sie unbedingt von Fallen und Gift ab. Zum einen ist es verboten und zum anderen fügen sie dem Tier Leid und Schmerz zu.

3. WC-Steine, Limonenduft, Hundehaare usw. haben keine große Wirkung. Auch diverse Abwehrsprays verfehlen meist ihren Zweck.

Hier gibt es weitere Infos zu:
Dachboden-Marder

Dachstuhl - Panzerdach
Die Firma Mardermielke bietet ein, an jedem Gebäude nachrüstbares Panzerdach, chemiefreie Mardervergrämung - kein Marder kommt dabei zu Schaden. Der Betrieb ist sehr zu empfehlen und arbeitet seit 2012 mit uns zusammen falls im Vorfeld bereits Marderkinder zu betreuen sind.

Automarder

Zu diesem Thema möchte ich nur kurz eingehen, da die Presse und die Autobesitzer sich hier ohnehin nicht belehren lassen. Meine Sicht der Dinge: Solange sie einen festen Reviermarder in der Nähe ihres Autos haben, wird auch nichts zerbissen. Das geht erst los, wenn sie ihr Auto in einem fremden Revier abstellen. Dann nämlich fühlt sich der dortige Marder vom fremden Mardergeruch bedroht, möchte diesen eliminieren und beisst in das Kabel. Wieder zuhause riecht ihr Reviermarder den Fremdling, denkt hier sei ein Eindringling und beisst auch wieder in das Kabel. Ist aber sicher etwas komplizierter als ich es hier beschreibe, aber sicher ist: Wenn ihr Reviermarder stirbt, kommt ein Neuer und der vernichtet erst mal die Spuren des Vorgängers. Einzige Sicherheit: Abgeschlossene Garage.

Ergänzung April 2009:

Die Automobilhersteller Audi und BMW haben eine ganz spezielle Untersuchung durchgeführt, um ein probates Mittel gegen Marderbisse am/im Auto zu finden.
Das Ergebnis war erschütternd; denn es gib kein 100 %iges Mittel.
Die Untersuchung ergab, dass der eine Marder zwar empfindlich auf Stromschläge reagiert, der nächste „Probant“ empfand dies jedoch eher als angenehm. Genauso verhielt es sich bei unterschiedlichsten Gerüchen und bei den hochfrequentigen Signalpfeiffen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der eine Marder das von Autobesitzern gern genommene „Hasengitter“ unter dem Auto meidet, der andere spielend darauf rumhüpft.

Also: Man(n) kann nichts gegen einen Marder machen. Einziges Mittel: lass deinen Reviermarder in Ruhe, dann passiert auch deinem Auto nichts. Denn dein Reviermarder muss dein Auto nicht markieren (es gehört ihm sowieso).
Wenn du ihn vertreibst, gar tötest, ein anderer Marder ihn vertreibt, oder er stirbt, so kommt ein neuer Marder, der sofort sein neues Revier markieren wird; also auch dein Auto. Und dann kommt es zu den berüchtigten Marderschäden.

Ergänzung November 2009:
Seit einiger Zeit bietet VW einen Borstenvorhang für diverse Automodelle an. Dieser ist für den Marder unschädlich aber verhindert den Zugang zum Motorraum. Dies ist auch für diverse Modelle nachrüstbar.

Hier gibt es weitere Infos zu:
Motorhauben-Marder

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